Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zwei Bücher über das Wesen des Judentums [Rezension]
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 14)
- Language
- German
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Zwei Bücher über das Wesen des Jüdentuüis. 142 fordert »recht zu tun, Liebe zu üben und in Demut zu wand ein« vor ihm (Micha 6, 8), dem Gotte der Sittlichkeit1). So aufgefaßt muß nicht nur die Ethik, die das ganze jüdische Leben durchdrrngt, die Grundlage der Erhaltung des Volkes auch in den trostlosesten Lagen werden, der Göttesbegriff selbst gestaltet sich völlig anders, als Fforher ihn darstellt, für den er nichts ist als eine Fortentwicklung der Naturreligionen, für den Jhwh nur einer ist, wie viele andere, verehrt und geliebt, wenn er seinem Volke zum Siege verhilft, gefürchtet, wenn er die Zuchtrute schwingt, schließlich nur ein Gott der Verheißungen, der auf das jenseits weist, wenn das Diesseits allen berechtigten Wünsehen gegenüber versagt. Für Bäck aber ist die Vielgötterei nicht ein Unterschied der Zahl, sondern des Inhalts; die Sittlichkeit macht nicht ihr Wesen aus. »Der Gott Israels ist der Einig-Einzige nicht dadurch, daß er allein das ist und das tut, was alle die Götter der Heiden zusammen tun und zusammen sind, sondern dadurch, daß er anders ist, als sie alle, und anderes tut als sie alle«2); Er ist unser Gott, wenn wir ihn lieben können von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Vermögen (V. M. 6, 5). Er, der Erhabenste und Höchste, der Ewige, dessen Allmacht unbegrenzt ist, er ist uns zugleich der Nächste durch seine Gerechtigkeit und Güte, durch seine Liebe und Treue. Er wird uns zum persönlichen Gotte, zu unSerm Vater, dessen Eigenschaften alle sich verkörpern in der unendlichen Liebe, die er zu dem Menschen trägt. Die Worte, mit denen unsere Lippen ihn preisen: »Ewiger, Ewiger, Gott, barmherzig und gnädig, langmütig und groß an Liebe und Treue. Er bewahrt die Liebe bis ins tausendste Geschlecht; er vergibt das Vergehen, die Missetat und die Sünde; er läutert, wenn er auch nicht ungestraft J) a. a. O. S. 58). ף a. a. O. S. 63.