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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 141

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
Zwei Bücher über das Wesen des Judentums [Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 141 (sequence 13)
Language
German
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Zwei Bücher über das Wesen des Judentums. 141 Die Auserwählung jedoch wurde wieder zur sittlichen Forderung. Israel war auserwählt, das Rechte zu tun nach dem Willen Oottes, seines Richters. Es war auserwählt, den Völkern das Licht zu bringen, die ganze Menschheit zu einen in der wahren Religion, der Weltreligion der Zukunft. So erwächst aus der Absonderung der innere Zusammenhang aller Menschen, die alle Gottes Kinder sind; die gesamte Menschheit ist berufen, dem einen Gotle zu dienen und seine Gebote zu halten. Das Heil ist allen zugänglich, die es suchen; gottesfürchtig kann selbst der Heide sein, und »auch die Frommen, die nicht Israeliten sind, erlangen die ewige Seligkeit«. Das Judentum kennt nur den guten Menschen1), und damit ist ausgesprochen, daß seine Religion einen universellen Charakter trägt, und daß die nationale Beschränktheit nur dazu diente, sie in ihrer Reinheit zu erhalten, ihr den festen Halt zu geben, um sich im Kampfe gegen die Sünde durchr zusetzen. In einer solchen religiös wesentlichen Mission, d. h. in der Mission, »die nicht nur aus dem natürlichen Expansions- und Herrschaftsbedürfnis hervorgeht, worin sich jede Kirche zu entfalten sucht, sondern aus dem innersten Glaubensbedürfnis, die Menschen zu belehren und zu bekehren, auf daß sie in der Wahrheit sich finden und sich zusammenfinden« (S. 55), sucht Israel seine Aufgabe. Nicht Weltkirche will es werden, sondern die Weltreligion will es verkünden, will eine Aussaat sein über alle Lande. Seine Gedanken sind es, die dem Christentum und dem Islam den Weg bereitet haben; seine Gedanken haben alle machtvollen geistigen Bewegungen seit zwei Jahrtausenden beeinflußt; seine Gedanken werden dereinst den Sieg gewinnen und alle Menschen, möge die Form ihres Glaubens sein, welche sie wolle, einen in der Verehrung des einen Gottes, der von dem Menschen nur *) a. a. O. S. 49.

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