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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
Zwei Bücher über das Wesen des Judentums [Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 136 (sequence 8)
Language
German
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136 Zwei Bücher über das Wesen des Judentums. und wenn du gehest auf dem Wege, wenn du dich niederlegst, und wenn du aufstehst«. Für diesen alten von vielen fast vergessenen Pfad wäre ein Buch, wie es Dr. Bäck geschrieben hat, ein neuer Wegweiser. Anders klingt hier die Melodie, wie in dem Fromersehen Werke. Bäck sieht Leben, wo für Fromer nur tote Form verbanden ist. Kein starres Dogma hindert die Fortentwicklung oder verstrickt den Glauben mit dem Schicksal einer,bestimmten Wissens- und Kulturperiode. Die Gegenwart gab ihm, was Gegenwart war, und er konnte dann wieder für den Geist der Zukunft frei werden, um auch in ihr nicht nur vorhanden zu sein, sondern zu leben«1). Die Religionsphilosophie war tief in die Masse des Volkes eingedrungen, das Studium der Thora hatte zu der Erkenntnis geführt, daß weit höher als das Wissen von Gott das fromme Handeln stehe, und; darin verkörperte sich das persönliche Leben der Religion. Welche fremden Einflüsse auch von Anbeginn bis zum heutigen Tage tätig waren, sie wurden ausgeglichen und überwunden; sie konnten dem Charakter der Religion nichts anhaben, konnten ihr nichts von ihrer Selbständigkeit rauben, konnten ihr die Kraft der geistigen Aneignung und damit die Originalität des Gestaltens nur steigern und vermehren. In der Erscheinungen Flucht jedoch mußte es auch für sie neben den treibenden, den freiheätliehen Kräften die ruhenden autoritativen Elemente geben. Ein solches Element ist in erster Reihe die Bibel, das heilige Buch, das in sich die Lehre eint, die Moses dem Volke gegeben hat, und die prophetischen Verkündigungen vom Gottesreiche der Zukunft. Ein solches Element ist aber auch der Talmud, der, aus der mündlichen Über- Iieferung entstanden, den Zaun um das Gesetz schuf als ein Mittel zur Abwehr feindlicher Kräfte. Wenn aber eben darum der. Talmud eine, konservative Macht sein und bleiben mußte, so gestaltete sich die Bibel *) Bäck, S. 4.

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