Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zwei Bücher über das Wesen des Judentums [Rezension]
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 5)
- Language
- German
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Zwei Bücher über das Wesen des Judentums.!33 macht, daß sie endlich mit den Vertretern andrer Weltänschauungen dauernd im Frieden nicht leben kann«1). Das ist die Ansicht eines Mannes, der in seiner Einleitung sagt, daß er, so weit sein Oemüt in Betracht kommt, mit Leib und Seele dem Judentum angehört, und der es doch zu Unwissenheit oder Untergang verdammt wissen will, der selbst in dem jüdischen Religionsverbande verharren will und doch dessen beste Männer verhöhnt und beschimpft und fast zum Apologeten der Taufe wird. Kein Wunder, daß er alles negiert, was von lebendigen Kräften im Judentum vorhanden ist, daß ihm die Bibel ein totes Buch der Gesetze ist, der Gott, den sie kündet, ein Stammes- und Volksgott, wie ein andrer auch, daß ihm die hochheilige Lehre zu Dogmen erstarrt erscheint, zum Zeremonialgesetz geworden ohne Inhalt und ohne Kraft, ihre Verkünder nichts sind als Männer mit »plattgedrücktem Verstände«, die in ihrer Wissenschaft nur die Milch spendende Kuh sehen, »gut funktionierende Automaten«, die für ein Geldstück eine Rede geben, »eine matte, eine schwungvolle, eine traurige, eine heitere, eine orthodoxe, eine radikale, je nach der Situation und der Größe des Geldstücks«*). Kein Wunder, daß derselbe Mann, der auf so unqualifizierbare Weise trotz seiner vorgeblichen Liebe für die angestammte Religion das Judentum und seine Lehrer angreifi und selbst Männer von wissenschaftlichem Namen, wie Zunz und Graetz nicht verschont, daß dieser Mann nur eines bejaht: das Ghettojudentum, das einer Mumie gleich unter der Kruste erstarrt liegt, die von Esra und den Schriftgelehrten geschaffen, von den Talmudisten weiter gebildet worden ist. Der Ghettojude allein, der, streng die Vorschritten des Talmuds befolgend, seit anderthalb Jahrtausend nicht um eines Fußes Breite vorwärts gekommen ist, handelt nach dem Gesetze der Willensidentität; er ist mit der l) a. a. O. S. 36. s) a. a. O. S. 158.