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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 132

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
Zwei Bücher über das Wesen des Judentums [Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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132 Zwei Bücher über das Wesen des Judentums. schließen von aller Bildung und Gesittung, den Zaun um das Gesetz, den die Schriftgelehrten in weiser Voraussicht zur Erhaltung des Judentums inmitten einer feindlichen Welt errichtet haben, immer höher und höher zu bauen, oder als moderner Jude den Weg weiter zu gehen, der zur Taufe führt. Fromer sieht in der wunderbaren Fortdauer des Judentums, das allen Verfolgungen getrotzt hat, nicht die Gewähr seiner hohen Mission, allen Völkern das Licht zu bringen, er sieht darin eine Auflehnung gegen die Gesetze des Werdens und Vergehens. Ihm ist Israel, nach der christlichen Schablone der ewige Jude, der, »als ein gespensterhaftes Wesen, von der mutwilligen Jugend verr spottet, verhöhnt, verfolgt, auf der endlosen Straße dahin keucht, noch immer rastlos seinem Ziele entgegen«1). Der greise Wanderer, der von Zeit zu Zeit den Blick rückwärts wendet und die Phasen seiner Geschichte an seinen Augen vorüberziehen läßt, schaut nichts als grausame Enttäuschungenund trübe Erfahrungen: schon Abraham im Gegensatze zu seiner Umgebung, das Grauen der Ägypter vor den Kindern Israels, der stete Streit und Zwist zur Zeit der Selbständigkeit, Hamans grimmer Haß und die Verfolgungssucht des Syrerkönigs Antiochus Ephiphanes, dem durch die Makkabäer ein Ziel gesetzt wird, und fernerhin das Martyrium der Juden in der Diaspora, das nach dem Zusammensturze des Reiches sich noch immer steigert, bis es unter dem Einflüsse der christlichen Kirche, durch das Hinzutreten religiöser Motive seinen unseligen Höhepunkt erreicht. Alles das schaut der welke Greis, dessen Gebern morsch, dessen Fleisch vertrocknet, dessen Mark verzehrt ist; er schaut es und erkennt, daß zwar »die jüdische Religion durch keinerlei Machtmittel zu unterdrücken ist«, daß sie aber auch »in ihrer konsequenten Durchführung den Bestand eines Staats.\yesens unmöglich ») a. a. O. S. 35.

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