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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 131

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
Zwei Bücher über das Wesen des Judentums [Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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Zwei Bücher über das Wesen des Judentums. 131 Wesen des Judentums »in dem Streben, die Alleinherrschaft der Ethik zu begründen und die Logik und Ästhetik; sofern sie nicht ethischen Zwecken dienen, rücksichtslos zu bekämpfen«1). Dieser Kampf aber kann nicht zum Siege führen; denn so weit ersieh gegen die Ästhetik, also gegen das Schöne - und Erhabene im Leben richtet, ist er ein Kampf gegen die Natur, und sofern er die Logik, also das Wahre und Richtige zu unterdrücken sucht, ein Kampf gegen die Vernunft. Hier findet Fromer die Quellen alles Unheils, das in vier Jahrtausenden Israel überflutet hat. Die ethische5Anschauungsweise, die nur nach dem Wozu? nach dem Zweckmäßigen fragt, mußte die Israeliten im Altertum in den schroffsten Gegensatz zu ihren Beherrschern, vor allem zu den schönheitstrunkenen Hellenen und den von ihnen beeinflußten Römern bringen, mußte sie im Mittelalter und bis auf den heutigen Tag ihren Wirts- Völkern als ein fremder Pfahl im Fleische erscheinen lassen, und so entstand der Judenhaß, der sich immer und überall gezeigt hat, wo -Juden eine bleibende Stätte zu finden suchten seit den Tagen der großen Verbannung. Dieser Haß mit allen seinen furchtbaren Folgen ist aber für Fromer weder nach dem Glauben der Orthodoxen eine Strafe, die Gott den Sündern auferlegt, noch nach der Ansicht der modernen Juden ein Ausfluß der menschlichen Schlechtigkeit; seine Ursachen sind überhaupt nicht in Faktoren zu suchen, die von außen auf das Judentum eingewirkt haben, im Judentume selbst und dessen innerstem Wesen sind sie begründet. Wenn er nun auch sicher recht darin hat, daß der Haß seine Nahrung vielfach aus Eigenschaften saugt, die dem Juden kraft seiner Abstammung und Erziehung, inne wohnen, so bleibt doch die Frage offen, ob diese Eigenschaften wirklich so in Bausch und Bogen zu verdämmen sind, wie es Fromer tut, ob wirklich nur die Wahl bleibt, in das Ghetto zurück zu kehren, sich abzu- ג) Fromer, S. 69. 9*

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