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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 130

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
Zwei Bücher über das Wesen des Judentums [Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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30 ן Zwei Bücher über das Wesen des Judentums. seine Göttin wird, so schädlich erscheint; erst mit zwanzig Jahren lernt er die Segnungen der Kultur, die Gesittung Westeuropas, kennen und fühlt sich fremd dort, wo Bäck, der Deutsche von Gehurt, auf heimischem Boden steht. Andersartig ist schon; die Form der beiden Werke. Bei Bäck ein völliges i Zurücktreten des Verfassers hinter seinen Gegenstand, dabei ein fließender Stil, eine kri stallklare Sprache, deren Ausdrücke sich völlig mit dem decken, was sie meinen, kurze, auch dem Laien leicht verständliche Sätze, mag auch Fromer sie ein Heer von »Phrasengeklingel« heißen, »die seit hundert Jahren in den Lehr- und Geschichtsbüchern und auf den Kanzeln der modernen Juden fast zu Tode gehetzt worden sind«, die aus einer nie versiegenden Quelle fließen — »aus der menschlichen Dummheit«. Der Pfeil, den er abschießt, prallt auf den Schützen selbst zurück. Wenn je eine Arbeit, so ist die Fromers phrasenreich1), durchsetzt von unaufhörlichen Wiederholungen2 *), von steten Hinweisen auf die eigne Person, die eignen Erfahrungen, die nun verallgemeinert werden und ausschließliche Geltung erhalten sollen. Das Wörtchen »ich«8), auf den Verfasser selbst angewendet, spielt eine große Rolle in dem kleinen Buche und verleiht ihm das Gepräge der nur subjektiven Meinungsäußerung trotz des großen Aufwandes an philosophischen Zutaten, an subtilen Untersuchungen über den Wert oder Unwert der religiösen Begriffe; doch eben »wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein«. Und das Wort oder vielmehr die vielen Worte, sie gelten bei Fromer dem Unterschiede von Ethik, Ästhetik und Logik und dem Kampfe, den seiner Meinung nach in der jüdischen Religion die Ethik gegen Ästhetik und Logik führt. Ja, für ihn besteht die Grundidee oder das ->) Vgl. a. a. O. S. 31 ff-, 68 {., 72, 80 f., 152 usw. 2) Vgl. a. a. O. S. 69, 88, 9175 ,129; ,128 ,(׳ usw. *) Vgl. a. a. O. S, 13, 62, 64, 67, 171, 172 usw.

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