Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 755 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechungen.; 755 chen חדדי תמן gegenüber. In durchaus einleuchtender Weise deutet der Verfasser die מזרים als die beiden Bären, den grossen und den kleinen und schlägt die Punktation מזרים °^er מ?רים (die‘ beiden Wurfschaufeln) vor. 6. Das Sternbild מז־ףלת °der מזללת verursacht die. grössten Schwierigkeiten. Alle bisher aufgestellten Hypothesen genügen nicht, da sie stets Widersprüche enthalten. Diese fallen nach Meinung des Verfassers fort, wenn man unter diesem Namen die beiden Erscheinungen der Venus als Abend- und Morgenstern erkennen will, womit einmal die Pluralform des nur als ein Bild aufgefassten Gestirnes erklärt ist, andererseits seine göttliche Verehrung bei den Babyloniern berücksichtigt wird. Schwach ist aber in dem Beweis des Verfassers die Annahme, noch vor Abfassung des Buches Hiob, die er zirka 750 ansetzt (S. 59), sei die Identität des Abend- und Morgensternes bekannt gewesen. Das ist jedoch kaum anzunehmen, wie Verfasser an anderer Stelle (S. 118) selbst betont. Ausserdem ist die Gleich- Setzung von מזלות und מזרות eine Wiilkürlichkeit, die noch der Rechtfertigung bedarf. Es ist also zunächst für beide Formen getrennt die Bedeutung zu suchen. Zugegeben, dass 2) מזלות Kön. 23, 5) die Venus bedeutete, so bliebe noch die Frage, was Massaroth sei, offen. Schiaparelli führt an, dass die etymologische Bedeutung des Wortes Gürtel oder Kranz ist. Das zwingt nach meiner Ansicht sofort zur Annahme der Milchstrasse. Diese zeigt sich in jenen südlichen Gegenden, nicht wie bei uns, als matten Schimmer, sondern durchzieht als breites, leuchtendes Band das Firmament, und wird so nächst Sonne und Mond das hervortretendsie Objekt des ganzen Himmels. Dass über so viele, verhältnismässig unbedeutende Sterne sich Notizen in der Bibel finden, über die Milchstrasse dagegen nicht, wäre eine so auffällige Erscheinung, dass sie wert gewesen wäre, von dem Verfasser wenigstens zur Sprache gebracht zu werden. Das Herausführen der מזרות (Hiob 38, 32) braucht sich nicht auf das Aufsteigen über den Horizont zu beziehen, sondern kann auch das Sichtbarwerden bei eintretender Dunkelheit bezeichnen. Diese Hypothese hat gegenüber der von Schiaparelli den Vorzug, dass die oben genannten Schwierigkeiten behoben sind. Die Schlusskapitel sind der Chronologie gewidmet und zwar wird nach einander behandelt der Tag und seine Einteilung, die Monate, das Jahr und grössere Epochen. Das jüdische Jahr war seit frühester Zeit das Lunisolarjahr, musste es auch sein, weil die Feste als Erntefeste an den Sonnenlauf gebunden waren, während die Monate durch die Phasen des Mondes bestimmt wurden. Ober die 48*