Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 6 · p. Seite 754

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1905-01-01
Page
Seite 754 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829787-2829794-2886563--34162-2886692
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

7-54 Besprechungen. Im dritten Kapitel kommt dann Verfasser zur eigentlichen Astronomie. Er verweilt länger bei den Finsternissen, fiir deren Bekanntsein er gute Gründe anführt (hauptsächlich Amos 8, 9 und Joel 3, 4, wobei die »Verwandlung des Mondes in Blut« die rotte Farbe andeutet, die derselbe häufig bei Finsternissen annimmt). Dann diskutiert er ausführlich das »Heer des Himmels«, das in verschiedenen Bedeutungen vorkommt. Planeten lassen sich nur zwei mit einiger Sicherheit nachweisen: Venus (Jesaia 14, 12) und Saturn (Amos 5, 26). Kometen, Feuerkugeln und Meteore waren wahrscheinlich auch bekannt. Freilich Gen. 15, 17 durch eine Feuerkugel zu erklären, was Verfasser für sicher hält, scheint Ref. denn doch sehr fraglich, da das dort geschilderte Schauspiel mit dem einer Feuerkugel gar keine Ähnlichkeit hat. Dagegen lassen sich die Hagelsteine Josua 10, 11 sehr wohl als Meteoriten erklären, besonders, wenn man mit neueren Auslegern annimmt, dass die Erzählung das Vorhandensein der sonderbaren Steine ätiologisch erklärt, und [הם במורד בית־־חור für den Zusatz eines späteren Bearbeiters hält, der die Steine also noch selbst an Ort und Stelle gesehen hat. Der Ausdruck אבני הברד kann einfach eine Be־ Zeichnung für feste Körper sein, die vom Himmel fallen; er muss nicht, wie Schiaparelli will, eigentliche Eisschlossen bezeichnen. Weitaus am ergebnisreichsten sind die Untersuchungen des Verfassers über die Sternnamen. Er kommt hier mit zum Teil ganz neuen Gesichtspunkten zu recht interessanten Resultaten. Sechs Namen kennt die Bibel, die als Sterne oder Sternbilder zu deuten -sind: 1. oder מיע (die allgemein identifiziert werden), hält Schiaparelli entgegen der gewöhnlichen Ansicht für den roten Stern Aldebaran im Stier, ihre Jungen (Hiob 38, 32) sind dann eine sehr charakteristische Bezeichnung für die ihn umgebenden Hyaden. Auch der Name עש kommt bei dieser Erklärung zur Geltung, da Aldebaran mit den Hyaden deutlich die Gestalt einer sitzenden Motte bildet. 2. ־ 1י9יל= Orion und 3. ני1£ה Plejaden sind nicht zweifelhaft. 4• דוךרי תמן hält Verfasser gleichfalls für eine Bezeichnung -von Sternen, nicht, wie meistens angenommen wird, für Vorratskam־ mern der Winde. Zur Erklärung kommt nach astronomisch-geschichiliehen Erwägungen nur eine Gruppe von hellen Sternen in Betracht, die zurzeit des Verfassers des Buches Hiob in Palästina am äussersten Südhimmel gestanden haben und heute als die Sternbilder Argo, Kreuz und Centaur bezeichnet werden. 5. מןרים steht Hiob 37, 9 als nördliches Sternbild den südli-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.