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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 6 · p. Seite 756

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1905-01-01
Page
Seite 756 (sequence 5)
Language
German
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56ד Besprechungen. Schaltung findet sich in der Bibel nichts, doch muss sie aus dem angeführten Grunde stattgefunden haben. Auf ein bedauerliches Versehen muss an dieser Stelle aufmerksam gemacht werden. S. 99 bezeichnet Verfasser den Weadar als den Schaltmonat, während be- Icanntlich dieser dem Adar des Gemeinjahres gleichzusetzen ist, und der 1. Adar der Schaltmonat ist> wie schon aus der Tagesanzahl zu -erkennen ist. Ob die genaue Länge des Sonnenjahres bekannt war, ist ungewiss. Aber aus den Lebensjahren des Henoch 365 Jahren und der Dauer der Sintflut =* 365 Tagen, darauf mit Sicherheit zu schliessen, wie Verfasser es tut, darf wohl als übereilt angesehen werden. Zum Schluss behandelt Verfasser die Bildung von Perioden durch die SiebenzahL Über die Woche, deren sehr hohes Alter und deren Unabhängigkeit von den sieben Planeten Verfasser hervorhebt, das Erlassjahr, das Jahr der Freilassung und das Ruhejahr des Landes, welche drei er getrennt behandelt, wird das vorhandene Material sorgfältig zusammengetragen und diskutiert. Schliesslich bespricht er noch das Jubeljahr (sic!) und erörtert die Möglichkeiten, wie die widersprechenden Angaben in Einklang zu bringen sind, wobei es indessen auch ihm nicht gelingt, zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Das ist im wesentlichen der Inhalt des Buches. Sympathisch berührt vor allem die objektive Haltung, die Schiaparelli der Bibel und ihren Verfassern entgegenbringt. Aber auch sonst macht die Fülle von Wissen und Literaturkenntnis, die umsichtige und scharfsinnige Kritik und die Verbindung von gelehrter Untersuchung mit populärer Darstellung das Buch zu einer anziehenden Lektüre. Dass bei diesem Gegenstand und der Dürftigkeit des Materiales Verfasser nicht immer jeden überzeugen wird, ist natürlich nicht zu verwundern. Die Übersetzung ist im ganzen flüssig und lesbar. Leider hat sich eine ganze Anzahl falscher Zahlenangaben eingeschlichen. Auch ist die Ausdrucksweise, die dem nicht astronomisch gebildeten Leser das Verständnis erschwert, hier und da zu bemängeln. Die Präzession ist nicht eine »Tatsache«, die zwischen der biblischen Zeit und der Gegenwart einmal »eingetreten« ist (p. 59), sondern eine dauernde Erscheinung, der zufolge die Fixsterne ihre Lage am Himmel stetig ändern. Auch statt »Woche« für eine Periode von sieben Jahren wäre besser das dafür übliche «Jahrwoche« gesetzt worden; dem Übersetzer braucht man das Recht, Rätsel aufzugeben nicht zuzugestehen. Trotz dieser kleinen Mängel müssen wir jedoch dem Übersetzer dankbar sein, dass er uns das Verständnis des interessanten Werkes Schiaparellis erleichtert hat. Berlin. Richard Prager.

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