Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Lexikalisches zur Mechiltha di R. Simeon ben Jochai
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 682 (sequence 16)
- Language
- German
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682 Lexikalisches zur Mechiltha di R. Simeon ben Jochai. derung unstreitig recht1). Man sehe sich zum Beispiel die Statue Chefrens an2), oder die vielen Qottesbildeiy die uns erhalten geblieben sind. Da sitzt die Gestalt in wenig abgerundeten, mehr geradlinigen Formen aus hartem Stein herausgearbeitet; durch einen einzigen Schnitt gibt der Künstler dem Auge das Aussehen eines geöffneten Auges. Die Kolossalstatuen der ägyptischen Götter im Ägyptischen Museum oder im Sphinxtempel zu Kairo, oder auch nur diejenigen, die sich im Berliner Museum befinden, die ich alle gesehen habe, geben mir die Handhabe, den Midrasch zu verstehen. Sieht man erst den Sphinx3) und andere Kolossalgestalten, die aus dem lebendigen Felsen herausgehauen sind, so wird man begreifen, wie der Haggadist sagen konnte, jener Götze sei nicht das Werk von Menschen־ händen, sondern von Gotteshänden; wir würden heute sagen, jene Figur scheine an Ort und Stelle so von der Natur gebildet worden zu sein. Wertvoll ist auch die Angäbe, jener Götze sei ein Hermaphrodite gewesen. Die Doppelgestaltigkeit der Götter, oder wie die Rabbinen sagen, דו פרצופין, .zwei Gesichter, gehört zum System der alten Religionen4), Es muss noch ein Wort gesagt werden über die Kontroverse Eliesers und Josuas hinsichtlich dieses Verses. Elieser fasste לפני פי החירות ganz so wie לפני בעל צפון auf, also als Name eines Götzen. Scheinbar mit Recht, denn die Ortsbestimmung folgt ja: בין מגדל ובין הים. Josua jedoch ב) Es ist nicht recht ersichtlich, was von dem Satze zu אמי־־ו .und was. zu דברי ר׳ אליעזר gehört; vielleicht sagt letzterer nur die Worte כמין זכר ונר,בה היי. Zur leichteren Bezeichnung behandle ich den ganzen Satz als Worte Eliesers. 2) Kroker, a. a. O. 3) Ich schreibe absichtlich der, Sphinx, denn man hat nur irrtümlich aus dem Sphinx eine weibliche Person gemacht. 4) Ich habe dies in Verknüpfung mit dem Dogma der Trinität behandelt in The New Era illustrated Magazine, New York, 1905, 469-477.