Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Lexikalisches zur Mechiltha di R. Simeon ben Jochai
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 681 (sequence 15)
- Language
- German
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Lexikalisches zur Mechiltha di R. Simeon ben Jochai. ß8i Text beginnt nämlich mit מה חירות הל^ר, als ob von einer Vergleichung die Rede wäre, so dass der eigentliche Oegenstand der Schilderung erst später folgte. Wo ist aber der Nachsatz? Wo hört der Vordersatz auf, und wo setzt der Nachsatz ein? Nach dem neuen Text gibt es all diese Fragen nicht; »man sagte«, ein Beginn, wie an unzähligen Steilen, worauf das Ding selber folgt. Ich übersetze laut Mech. de R, Simeon : »Jene Götzen waren nicht platt1), sondern hervorrag־end2); sie waren nicht schräg geglättet, sondern eckig (kantig)3); sie waren nicht rund, sondern viereckig; sie hatten Augen und zwar offene4); sie waren nicht das Werk eines Menschen, sondern das Werk Gottes; sie waren halb Mann halb Weib.« Eine merkwürdige Schilderung eines ägyptischen Götzen das! Rabbi Elieser (ben Hyrkanos), der diese Schilderung gibt, muss nicht ägyptische Götzen im allgemeinen, sondern geradezu diesen einen Götzen von Pi ha-Chiroth leibhaftig gesehen haben. Das, was sein Kollege R. Josua (ben Chananja) dem gegenüberstellt, ist so nichtssagend, wie nur möglich5). Und R. Elieser hat mit seiner Schil- *) תרוטות (oder טרוטות) wird am besten so zu übersetzen sein; dieser Sinn dürfte mehr oder weniger an allen Stellen passen. Vgl, j. Sabb. I, 2 d, wo תרוטות im Gegensätze zu קמרסטא »gewölbt« steht. Auch in M. Middoth II, 5 steht תרוטות im Gegensatz zu מוקפות, nur ist dort von einer Treppe die Rede. Übrigens laufen die drei ersten Glieder des Satzes fast auf dasselbe hinaus. 2) »Es gibt zwei Gattungen von Reliefs: die eigentlichen erhöhten Reliefs, die aus der Steinplatte herausgearbeitet, und die vertieften Reliefs, die in den Stein hineingeschnitten sind; die letzteren heissen Koilanaglyphen oder reliefs en creux. Die Egypter haben sich beider Arten bedient.« Kroker, Katechismus der Archaeologie, zweite Auf!., Leipzig 1900, S. 7. Der Midrasch sagt also : Jene Götzen waren nicht Koilanaglyphen, sondern herausgearbeitet. ::) Nach Aruchs Erklärung s. v. גד IV. 4) לפותחות der alten Ausgaben gibt keinen guten Sinn. Soll מפ׳ >ausgehöhlt« sein? 5) Vgl. Bacher, Ag. der Tann. I2, 144.