Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Lexikalisches zur Mechiltha di R. Simeon ben Jochai
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 677 (sequence 11)
- Language
- German
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Lexikalisches zur Mechiitha di R. Simeon ben Jochai. @77 Ausdruck בולם של זכוכית (hier und in anderen Stellen) verrät doch, so will es scheinen, noch mehr; nicht Platten und nicht kleine Gläser oder Gefässe allein waren aus Glas, sondern grosse Klumpen, Säulen, wie denn das gespaltene Meer nur in der Form von ungeheuren Säulen denkbar ist. Nun haben aber die Phönizier, bekanntlich die Meister der Glasfabrikation, grosse Säulen aus Glasmassen herzustellen gewusst, und zwei solcher Säulen sah man in einem Tempel in Aradus1). Solche Säulen müssen dem Haggadisten vorgeschwebt haben, und zwar, wie es in der alten Mech. heisst, in der Form von Wänden: Gott Hess das Meer zu zwei Teilen erstarren, so dass es wie ein Klumpen von Glas aussah. Allein in der neu edierten Mech. fehlt die Angabe לשני חלקים, dafür aber existiert daselbst der Zusatz: חשרת (II. Sam. 22, 12) והיו רואין זה את זה שנז מים עבי שחקים. Dass der angezogene Vers das durchaus nicht besagt, was daraus gefolgert wird, hat der Kompilator gespürt, wie aus seiner von Hoffmann z. St. mitgeteilten Bemerkung zu ersehen ist; das schlimmste aber ist, dass solche Glasmassen garnicht durchsichtig sind2 3 *). Es folgt nun daraus, dass der Kompflator des Midrasch ha-Gadol von der Sache nur eine konfuse Vorstellung hat, und in dem, worin er über den alten Text hinausgeht, in der Weise jüngerer Midraschim verfährt, in denen die alten Wunder durch neue überboten worden. Erwähnenswert ist es auch, dass während die alte Mech. das Meer sich in zwölf Zweige5) spalten lässt, der neue Text nur גזרים im allgemeinen hat. ף Marquardt, Privatleben der Römer, 2. Auf!., Leipzig 1886, p. 747. 2) Marquardt, a. a. O. p. 758 spricht von Spiegeln aus Glas, die ebenfalls die Sidonier *erfunden haben sollen, keineswegs aber können solche Glasmassen durchsichtig oder auch nur die Spiege von hineinfallenden Bildern sein. Darum ist auch Aruchs (s. v. כלס) Erklärung, es sei ein Spiegel (מראה) gemeint, unrichtig. 3) Eine auch von Origenes und Eusebius gekannte Haggadah, wie ich JQR. V, 151 gezeigt habe. Auch Epiphanius kennt diese