Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zwei alte Abothkommentare
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 656 (sequence 16)
- Language
- German
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656 Zwei alte Abothkommentare. sehr oft zu homiletischen Exkursen mit paräne״ tischer Tendenz; einzelne derselben hervorzuheben, wäre überflüssig. Dem Zwecke der Erbauung dienen auch die Erzählungen aus dem Leben der Tannaiten, die an die Namen der Autoren der Mischnasätze angeknüpft werden und aus Talmud und Midrasch entnommen sind. Zu III, 7 wird folgende Legende erzählt, deren Quelle mir nicht bekannt ist: Dieser R. Chalaftha war einmal mit den Weisen zu einer Beschneidungsfeier bei einem reichen Manne eingeladen. Nach der Mahlzeit, bei der die Gäste sieben Jahre alten Wein tranken, erbat der Vater des Kindes den Segen der Weisen für das Kind. Sie beteten für das Kind und sprachen: Möge es Gottes Wille sein, dass wie wir uns bei seiner Beschneidung1) gefreut haben, wir uns auch bei seiner Hochzeit freuen mögen. Dann sprachen sie das Tischgebet und zogen von dannen. Beim Weg״ gehen trafen sie den Todesengel und sahen, dass er er־ zürnt war. Nach der Ursache seines Zornes gefragt, sprach der Todesengel: Diesem Kinde war es bestimmt, am dreissigsten Tage zu sterben, bei mir ist sein Todesurteil2). Aber in der Stunde, in der ihr für es gebetet habet, hat Gott euer Gebet erhört und den Tod von ihm abgewendet. — Auch abgesehen von diesen Erzählungen erbaulicher Art aus dem Leben der Tannaiten wendet der Verfasser den Autoren-Angaben in Aboth seine Aufmerksamkeit zu, allerdings nicht immer auf glückliche Weise. Die Erklärung von II, 2 beginnt mit der Bemerkung: Drei grosse Tannaiten gab es zur Zeit jehudas I3); der erste R. Gamliel der Alte; der zweite R. Gamliel, der R. Josua’s Gegner war; der dritte R. Gamliel, der Sohn Jehudas I. Die drei Gamliel sind sehr gut von einander unterschieden; die An״ gäbe: »zur Zeit Jehudas I.« ist wohl nicht strikte zu nehmen. פי טהורה (נ, eig. bei seiner Reinigung. 3) ומעי ורקתהו, eig.: »sein Papier«. פי ומאן רביס־י הקדוש ף.