Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zwei alte Abothkommentare
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 647 (sequence 7)
- Language
- German
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Zwei alte Abothkommentare. 647 des Moreh dem Namen Joseph ben Jehudas beifügt. Die Eulogie für Verstorbene (דל oder נדע, die neben dem Namen Moses ben Maimun steht, bezieht sich auf den Vater, Maimun. Aber aus Versehen fiel zuweilen der Name des Vaters aus und dann heisst es irreführend רבעו משה ו״ל. Die Erklärungen Maimunis führt Joseph nicht immer mit Zustimmung an. Zu I, 14 (19b) heisst es: וזה הפירוש שפירש אמת ויציב הוא וכך ראוי לעשות אבל פירוש שפירשנו הוא יותר משובח מזה. Seinen eigenen Namen schreibt der Verfasser unseres Abothkommentars in den ersten Worten des Vorwortes so: אמר יוסף בד יהודה בד יוסף בד יעקב ספרדי, also ganz so, wie in der Oxforder Handschrift der »Heilung der Seelen«, aber ohne die Angabe ברצלוני. Auf eine nähere Charakterisierung des Kornmentars will ich mich hier nicht einlassen. Dafür wird die Zeit gekommen sein, wenn er einmal herausgegeben sein wird; denn dieses Werk des Zeitgenossen Maimunis, bei dem zuerst die Wirkung Maimunis zu literarischem Ausdruck gelangt, verdient jedenfalls veröffentlicht zu werden. Seine Weitläufigkeit verdankt der Kommentar zum Teile den in ihm enthaltenen grossen Exkursen, die manchmal zu ganzen Abhandlungen anschwellen. In diesen findet Joseph b. Jehuda Gelegenheit, seine Wissenschaftliehen, namentlich philosophischen Kenntnisse anzuwenden. Solche grössere Exkurse finden sich: zu II, 13 (II), aus Anlass der Antwort Eleasar b. Arachs (לב טוב), die auch in Maimunis Kommentar der Ausgangspunkt einer kurzen Darlegung der physiologischen Bedeutung des Herzens wurde. Joseph b. Jehuda widmet dem Gegenstände eine grosse Abhandlung physiologischen und psychologischen Inhaltes, die auch über die Arten der religiösen Gebote handelt (49 c—53 d).— Zu II, 16(14): über das selbstlose Studium, über die natürlichen Anlagen des Menschen, den freien Willen usw. (61 b—77 b). — 1b., in Anknüpfung an