Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 631 (sequence 7)
- Language
- German
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Besprechungen. 631 Philosophen bauenden Kirchenlehrer Thomas von Aquino, den von Rasclii stark beeinflussten Nikolaus de Lyra, den Konvertiten Paulus de Santa Maria aus Burgos, als Jude Salomo Levi genannt, Peter Venerabilis von Clugny, den vielfach in seinem Pugio fidei jüdische Quellen verwertenden Ray 1mmdMartin, den Apostaten Geronimo de Santa Fe. Die Periode schliesst mit Peter Galatinus aus Rom (erstes Drittel des XV. säe). Die Autoren dieses Zeitraumes variieren nur das sattsam Bekannte, mit allerlei einen Schein der Berechtigung erwecken sollenden Ausführungen über die Messianität Jesu an die alten Versionen sich anschliessend. Zu erwähnen wäre nur ein Argument des letztgenannten Peter Galatinus, der aus der Schreibung ,שילד mit der Femininendung folgert, dass hier eben nur der Sohn der Mutter gemeint sein, also der Messias »auf eine ganz neue Art, ohne väterlichen Erzeuger«, geboren werden musste.— Den Beschluss bildet Kap. XVIII (S. 450 — 455) : Arabische Autoren, die natürlich bemerkenswerte Erklärungen nicht bieten, vielmehr nur referieren, und in Schilo eine Andeutung auf Mohammed finden. Die in Vorstehendem gegebene Skizze zeigt uns, wie gründlich der Verfasser seiner Aufgabe gerecht geworden ist. Er hat das überaus grosse Material in gewandter Weise durch Übersetzung uns zugänglich gemacht und die historischen Stellen in ausreichendem Masse beleuchtet, auch durch Anmerkungen seine Fachkenntnis in jeder Hinsicht dargetan. Sehr willkommen sind auch die Register; ausserordentlich wertvoll aber sind besonder s die Textbeilagen, welche die hebräischen und arabischen Originale aus der talmudisch-midraschischen und exegetischen Literatur bieten. Jedoch meinen wir, dass der Verfasser besser getan hätte, sich viel kürzer zu fassen, und, statt einer ganz wörtlichen Wiedergäbe aller Quellen, die Hauptmomente darzustellen, Er hätte dadurch die oft sehr ermüdend wirkenden Wiederholungen —־ da manche Autoren nur das von anderen bereits vorgebrachte reprodu zieren — mehr vermeiden können, seine Arbeit aber hätte entschieden an Übersichtlichkeit gewonnen. In Bezug auf die Anordnung des Stoffes ist zu bemerken, dass zum Beispiel Kap. IX und XI über apologetisehe und polemische Literatur« wie »Disputationsliteratur« sehr gut hätten vereinigt werden können, zumal auch bei der ersteren es sich um mündlich geführte Polemiken handelt, wie besonders zwischen Joseph dem Eiferer und den Geistlichen. — Kap. X hat unter D die Unterabteilung: Die gläubigen Religionsphilosophen. Sind etwa diese als Philosophen »gläubiger«, wie Gensonides usw.? Begegneu wir nicht auch zum Beispiel bei Isaac Abarbanel freimütigen Äusserungen?