Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 630 (sequence 6)
- Language
- German
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630 Besprechungen. als Bildner und Zeichner. — Vollständig führt 1111s wieder in die Kämpfe zwischen den Rabbinen und den judenfeindlichen Geistlichen das Kap. XI, ,das die Disputationsliteratur behandelt (S. 206-266). Den Reigen eröffnet Mose b. Nachnian, dann folgt Salomo ben Adereth, der in einem Sendschreiben an eine Gemeinde bemerkt, dass den Anspielungen der Christen mit עד כי entgegenzntreten ist, dessen Sinn ist: es wird dies alles sein, bis dass eben der Messias kommen wird. Bemerkenswert an dieser gegen die verschiedenen Be״ kehrungseifrigen, worunter Apostaten wie Josua Lorki, von den Vertreten! des Judentums geführte Polemik ist die weitläufige Ausführung aller für die jüdische Aufassung sprechenden exegetischen und historischen Momente, ohne dass neue Gesichtspunkte zutage gefördert werden. — Kap. XII (S. 267—282) spricht von den Karäern, als deren erster Benjamin al-Nahawendi genannt ist, und von denen am ausführlichsten handelt Jaqüb al-Qirquissäni in seinem »Buch der Türme und Aussichten«, einer ungemein schätzenswerten Quelle für die Geschichte der Seisten. Neues bieten die Erklärungen der Karäer nicht. — Unter den in Kap. XIII besprochenen Samaritanern (S. 283 bis 287) ist hervorzuheben Abu Said, der ,שילד mit S a 1 o m o wiedergiebt. Dieses Wort ist mit של »verstossen, aufheben« zusammenzustellen und bedeutet den Ge setz es z erst ör er, und das ist Saiomo, mit dem und dessen Sohn Rehabeam die eigentlich schon durch Eli, den Protektor von Schilos Heiligkeit, — im Gegensatz zu der des Ciarizim — einsetzende Gesetzesverletzung den letzten noch einigermassen legitimen Herrscher auf den Thron gebracht hatte. — Die nun folgenden Kapitel sind sämtlich der »mittleren Zeit der christlichen Exegese« des Verses gewidmet. Kap. XIV (S. 288—301) und Kap. XV (S. 302—324) stellen die Zeit dar, in der die Wissenschaft noch Schülerin der Kirchenväter ist, und im letzteren Abschnitt kommt besonders die Polemik dieser Zeit (bis circa 1100) zum Wort. Es sind da lediglich Ausführungen dessen, was bereits die älteren Kirchenväter vorgebracht, mit mehr oder weniger Gehässigkeit gegen die Juden, und entweder auf der Übersetzung der Septuaginta oder auf der Lesart שליה respektive שלוח fussend. — Dasselbe Bild gewähren die »die Zeit der kirchlichen Macht« behandelnden Kapitel XVI (S. 325-346) und XVII (S. 347-455), wovon das zweite uns ausführlich über die in dieser mit dem Ende des!Mittelalters abschliessenden Epoche oft sehr heftig geführte Polemik unterrichtet Wir lernen hier die Hauptwortführer der christlichen Wissenschaft kennen als Hugo vou St. Victor in Paris (Anfang des XII. Jahrhimderts), der eine Ansicht der Juden mitteilt, wonach Schilo auf Saul bezogen wird, ferner den bekannten, auf dem Grund der jüdischen