Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 5 · p. Seite 628

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1905-01-01
Page
Seite 628 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829787-2829793-2886423--34023-2886540
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

628 Besprechungen, erster, Raschi, sich im allgemeinen der talmudisch-midraschischen Erklärung anschliesst, nur, dass er יקד,ת als »Versammlung« auffasst. Merkwürdig ist die Auffassung seines Enkels Samuel ben Meir, nach dem sich die Weissagung auf die in I Kön. c. 12. geschilderte in S iehern, das in der Nähe S c h i 1 o s gelegen war, stattfindenden and somit den Untergang — יבא — vorbereitende Auflösung der Vorherrschaft Judas beziehen soll. Beachtung verdient ferner die Erklärung des Jakob ben Abraham am Rhein, in dem handschriftlichen Sefer Assuphoht, der לא יסוד mit סורי Jer. 2,21: >b 1 ü 11 e n d e Reben« zusammenstellt und demnach es so auffasst: Die Herrschergewalt Judas wird erst mit dem Untergang Schilos (vgl. Psalm 78) erblühen. Ihm schliesst sich fast ganz an auch der als eindringender Exeget berühmte Joseph Bechor Schor aus Orleans. Zu erwähnen sind hier auch R. Jakob Tarn aus Orleans und der fruchtbarste Tossaphist R. Isak ben Abraham aus Dampierre, auch RE der Alte genannt, die beide עד als ewig לעד auffassen und nur in der Erklärung des כי sich unterscheiden. R. Samuel ben Salorno aus Falaise erklärt שילד durch Analogie mit אויביד שלל : ihre Feinde haben Ruhe, Echa 1,5, das heisst: zur Zeit des Messias wird Ruhe und Friede herrschen, (vgl. Jes. 11). — Das nun folgende Kap. IX : Apologetische und polemische Literatur (S. 137—154) enthält die Ergebnisse der teils mündlich, teils schriftlich geführten Widerlegungen hervorragender Glaubensgenossen gegen die immer zudringlicher werdenden Bekehrungsversuche, eine Periode, die uns den unbeugsamen Mut in der Judenheit und die auch vor aggressiven Bemerkungen erfreulicherweise nicht zurückschreckende Kampflust der Rabbinen kennen lernen lässt. Im allgemeinen bieten die aus dieser Periode erhaltenen Erklärungen in exegetischer Hinsicht nichts Neues. Das bemerkenswerte ist, dass die Angreifer mit ihren eigenen Waffen geschlagen wurden. So repliziert R. Jakob Tarn aus Ramerti, der ebenso als Gesetzeslehrer, wie als Grammatiker bekannte Enkel Raschis, auf die Stichelei, dass in den Anfangsbuchstaben von יבא שילד ולו der Hinweis ישו Jesus enthalten sei, mit der Entgegnung, dass wenn man noch יקדת עמים hinzunimmt, die Anfangs- und Endbuchstaben dieser beiden Worte, das Wort תעם\ also »Jesus führt sie irre«, ergeben. Andere wiederum fügen zu der Bemerkung, dass die Herrschaft des Stammes Juda schon lange vor Jesus aufgehört habe, wodurch also den christlichen Hinweisen auf dessen Erscheinen die Angriffsspitze schon durch die Schrift selbst genommen ist — so Jösef Kimchi und andere, — noch die treffende Ausführung hinzu, dass ja durch die vermeintliche Abstammung Jesu von Juda resp. David, erst recht das Szepter noch ferner bei letzterem geblieben

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.