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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 5 · p. Seite 546

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 5
Article
Die Juden in Babylonien unter Sabur II. (309-382)
Date
1905-01-01
Page
Seite 546 (sequence 13)
Language
German
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546 Die Juden in Babylonien unter Sabur II. (309—382). Kommune konnte Einzelne, oder auch ganze Stände, wie z. B. den Gelehrtenstand, von der Kopfsteuer befreien1), ein Recht, wovon sie natürlich nur selten Gebrauch machte, weil dies für die anderen Steuerträger eine Mehrbelastung zur Folge hatte. Die Kopfsteuer wird übrigens nicht hoch gewesen sein. Zur Zeit des Chosrau Anosarvän (031—78) wurde die niedrigste Taxe mit 4, die höchste mit 12 Dirham (ein pers. Dirham 70 Pfennige) bemessen2). Auch die Steuerbeamten werden es nicht immer mit der Feststellung der Kopfzahl in den Städten allzu genau genommen haben. »Wenn der Kreisbeamte kam, um die Steuerkraft der Stadt festzustellen«, erzählt ein Steuerbeamter aus der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts, »da liess ich die jungen arbeitsfähigen Männer verbergen und nur alte und gebrechliche Leute auf der Gasse gehen. Der Zensor sagte dann, auf die arbeitsunfähigen Männer verweisend: »Was kann ich diesen Grauköpfen auflegen«3)? Solche Fälle orientalischer Gemütlichkeit werden wohl auch unter Sabur II — wenn auch seltener — vorgekommen sein. Freilich revanchierte sich dann der Staat, indem er, wenn er es brauchte, nach Willkür recht tiefe Eingriffe in die Säckel seiner Bürger machte4). Besonders mussten die Vornehmen und Reichen sich solche Brandschatzungen gefallen lassen, und es galt geradezu als Wunder, wenn ein Günstling des Hofes mit dieser Kehrseite der persischen Hofgunst noch keine Bekanntschaft gemacht hatte. So wurde Raba als eine solche Ausnahme gepriesen; freilich nur eine Zeit lang, bis auch an ihn die Reihe kam5). Aber an solche Missbräuche der Herrschergewalt war man in Persien ג) Vergl. Baba b 8 a. 2) Nöldekes Übers, d. Tabari S. 246. 3) Sanhedrin 25 b — 26 a. 4) Vgl. Baba k 116 a, wo berichtet wird, dass man dem Exilarchen einen Getreidehaufen weggenommen und Chagiga 5b. ö) Chagiga das.

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