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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 5 · p. Seite 532

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 5
Article
Esther
Date
1905-01-01
Page
Seite 532 (sequence 20)
Language
German
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IRI
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Esther. 53^ 4. Die Bestreitung seiner Kanonizität geschah lediglieh mit Rücksicht aut seihe unbiblische nrid unreligiöse Darstellungsweise, die das Buch unwürdig erscheinen Hess, mit prophetischen Büchern in einer Linie zu stehen. 5. Nicht bloss das Buch, sondern auch das damit zusammenhangende Purimfest ist durch viele wohldurchdachte Anordnungen, ohne jedes religiöse Merkmal, zu einer ganz profanen Volksbelustigung herabgedrückt worden. 6. So wenig wie der profane Charakter des Festes ist auch der des Buches ein rein zufälliger oder ein von aussen her hereingekommener; das Buch ist vielmehr in einem jüdischen Gel ehrten kreise von vornherein in eine solche Fassung gebracht worden. 7. Die Ursache von alledem war das bedrückende Bewusstsein, dass diese Verhängnis syolle Gefahr nur die Folge eines nicht ganz zu rechtfertigenden Verschuldens jüdischerseits war. Die aus diesem Bewusstsein resultierende Unzufriedenheit mit der ganzen Estherepisode erweckte in manchen Kreisen das Bestreben, jedes religiöse Moment aus diesem Spiele fernzuhalten. Wie der Verfasser des Estherbuches eine Degradierung seiner Religion darin gesehen haben würde, wenn er hätte schreiben müssen: >Mordechai aber musste dem königlichen Befehl zuwiderhandeln und Haman als Grossvezier die im gebührende Ehrenbezeugung verweigern, weil seine jüdische Religion es ihm verbietet«, ebenso betrachtete man es in manchen Kreisen als eine religiöse Deprimierung, den Gedenktag eines solchen unliebsamen Ereignisses als einen heiligen und gottgeweihten bezeichnen zu müssen. Nachtrag. Um in dieser Abhandlung das gesamte talmudische Material, welches für die Beurteilung des Estherbuches bei den altjüdischen Gelehrten von Interesse ist, zusammen zu haben, sei auch noch auf folgenden Punkt aufmerksam gemacht.

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