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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 5 · p. Seite 521

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 5
Article
Esther
Date
1905-01-01
Page
Seite 521 (sequence 9)
Language
German
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Esther. 52 i D, Kahana (Proleg. zu Esther 45) meint, die Männer der grossen Synode hätten Gott unerwähnt gelassen, um nicht den Hass der Heiden gegen ihn zu erregen, als habe er die Niederlage der Perser herbeizuführen beabsichtigt. Diese Ansicht hat sehr Vieles für sich. Allein sie lässt es ganz unerklärt, wie diese blosse Rücksicht auf die Heiden dazu hinreicht, um aus einem biblischen Buche jede religiöse Regung fern zu halten und das Fest so furchtbar zu profanisieren. Warum sind ferner solche Rücksichten bei sonstigen Büchern und Festen nicht geübt worden? Etwas zusagender als all die genannten Versuche ist derjenige Rieh ms1) der auch bei Kaulen2), O u t h e3) und ÖttlP) Aufnahme gefunden hat, dass das Verschweigen des Gottesnamens vielleicht aus der Rücksicht darauf, dass das Büchlein bei den lustigen Gelagen des Purimfestes vorgelesen werden sollte, zu erklären sei. Allein Riehms Annahme erklärt durchaus nicht, wieso die Alten, die im Estherbuche so erstaunlich oft das Begehen dieser Feier durch Gastmäler und Gelage vorschreiben (9, 17, 18, 19, 22. 27), mit keiner Silbe von einer Dankbarkeit gegen Gott durch irgend eine kultische Feier sprechen. VII. Wenn uns die Versuche so vieler Forscher volle Befriedigung nicht gewähren können, so dürfte vielleicht die Behandlung eines anderen sehr naheliegenden Momentes, die Hoffnung bieten, zu diesem Ziele zu gelangen. Es wäre nämlich erstaunlich, wenn die Frage nach der Ursache des profanen Charakters des Estherbuches in dem 9 Vgl. seine Einleit, ins Alte Testament und sein Bibellexikon. 2) Einleitung in das Alte Testament 1898. 3) Bibi. Wörterbuch s. v. Esther. 9 In Strack-Zöcklers Handkommentar.

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