Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Esther
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 520 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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520 Esther. enthüllen. Allein ein kräftiger Oottesglaube ist es nicht, der sich so wenig bezeugt; es ist die gedrückte, ängstliche Religiosität der levitisch gesinnten Zeit, die zitternd vor den Pforten des Heiligtums stehen bleibt und den Aufschwung nicht mehr findet zu der begeisterten Erkenntnisfreudigkeit der Propheten und heiligen Sänger oder auch nur der späteren makkabäischen Erhebung«. Warum aber führt Öttli keinen einzigen sonstigen Beweis solcher levitisch er Scheu an? Warum ist gerade in den Büchern der Chronik und in den vom Chronisten stammenden Partien in Esra und Neh. wo der Levitismus bis zum äussersten getrieben wird, nichts von dieser Scheu zu verspüren? A. Markus1) verweist in demselben Zusammenhänge auf die Namen יהושע, יהוידע, עזריה die auf nichtpalästinischem Boden durch Weglassung oder Verkürzung des Gottesnamens in יוידע ,עזרא und יושע übergehen, so z. B. in den Büchern Esra und Neh. Aber was beweist dies für unseren Fall? Gerade in diesen Büchern ist die Betonung der göttlichen Wallung und die Nennung des Gottesnamens häufiger als anderswo. Übrigens ist das Estherbuch selbst für Markus ja auf palästinischem Boden entstanden. Wenn Markus ferner auf das Buch Daniel, in dem der vierbuchstabige Gottesnamen nur ein einzigesmal vorkommt, und wenn Levis ohn2) auf Koheleth verweist, wo derselbe Gottesnamen gar nicht vorkommt, so ist doch aber der Name Elohim in diesen Büchern hundertfach zu finden, und gerade das Buch Daniel, auf das man sich hier beruft, ist doch von so ausgesprochen theokratischem Charakter, wie kein biblisches Buch sonst Wie in aller Welt ist es denn überhaupt denkbar, dass man aus religiöser Scheu den Ausdruck jeder religiösen Empfindung geflissentlich unterdrückt hätte? Hartmanns Induktive Philosophie, Teil II, 34. ף Serubabel S. 72.