Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Esther
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 518 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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.518 Esther, in seinem Estherkommentar beipflichtet, unhaltbar. Denn warum sollten die Männer der grossen Synode sich nicht für ermächtigt gehalten haben, bei der Schaffung eines zur Aufnahme in das heilige Schrifttum bestimmten Buches, ungeachtet der Entnahme seines Inhaltes aus heidnischen Quellen, ja vielleicht gerade aus diesem Grunde, dem Bericht eine Gestalt zu geben, die dem Geiste des hebräischen Schrifttums entsprach? Die kabba lis tis ch e Literatur erblickt in dieser auffallenden Tatsache nur einen Beweis für die schweigsame Verborgenheit, in■ der sich Gott selbst während der traurigen Zeiten in denen die Prophetenstimmen verstummt waren, gehalten hat; geradeso wie die Spuren der göttliehen Allmacht nur ganz verborgen in den geschichtlichen Verhältnissen dieser Zeiten enthalten sind1). Scholz in seinem Kommentar zu Esther und Susanna geht in seiner mystischen Methode sogar soweit, dass er meint, jedes in der Megilla'vorkommende הפלך ohne den Zusatz »Ahasveros« beziehe sich auf Gott; auch in der chassidischen Literatur sind solche Spielereien zu finden. Neteier in der Einleitung zu seinem Kommentar über Esra, Neh. und Esther 1878, meint: Die Rabbinen sahen sich gegen Ende des 3. Jahrhunderts n. Ch. genötigt, das Estherbuch, welches schon um die Zeit des Josephus aus der Bibel entfernt war, mit Rücksicht auf seine Beliebtheit beim Volke, wieder aufzunehmen; als Merkmal seiner nichtprophetischen Abfassung aber haben sie jedes religiöse Moment daraus ferngehalten. Wir haben diese Konstruktion schon oben (S. 424) als unhaltbar nachgewiesen. Z u n z2) nimmt heftigen Anstoss daran, dass unser Verfasser für 187-mal המלך und 26־mal מלכות, nicht aber für den Namen Gottes Raum hatte. Er sucht dies durch die Annahme des heidnischen Ursprunges des Purimfestes p Vgl. auch Baumgarten, de fide libri Estherae 1839. 2) ZDMG. Bd, 27, S. 669 ff. und Ges. Schriften Bd. I, S. 237. ff.