Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Esther
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 514 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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514 Esther. Linie gegen das Begehen des Purimfestes irgendwie opponieren. Davon ist aber nicht nur nichts zu merken, sondern gerade die beiden Amoräer sind es, denen das Purimfest eine grosse Anzahl seiner Bestimmungen zu verdauken hat. Wird nun von R. Josua nicht das Gleiche berichtet, so gilt dasselbe doch auch von vielen seiner Zeitgenossen. Ferner wird von demselben Samuel berichtet, dass seiner Meinung nach der Verfasser des Estherbuches vom heiligen Geiste inspiriert gewesen sei ״אמי שמואל אסתר ברוה״ק נאמרו־־.". Es ist dadurch ausgeschlossen, diesen Amoräern eine Anzweiflung der Geschichtlichkeit des Estherbuches zu insinuieren. Mit Wildeboer1) anzunehmen, dass der talmudische Einwand ״והאמר שמואל אסתר ברוה״ק נאמרה״ nur eine Verlegenheitsausflucht und daher als unecht zu bezeichnen sei, ist unmöglich, weil Samuel nachher in eigener Person diese Ansicht von der Inspiration des Estherbuches mit historischen Beweisen zu bekräftigen sucht. Wer übrigens über diese sonderbare Anordnung der Verunreinigung der Hände sich an der Quelle näher informiert, der weiss, wie wenig diese Anordnung als Massstab für die Authentizität eines Buches gelten kann. Die Makkabäergeschichte oder ein beliebiges biblisches Buch in althebräischer Schrift oder die aramäischen Stücke in Daniel und Esra, in hebräischer Sprache wiedergegeben, verunreinigen ebenfalls nicht die Hände2 3), ebensowenig die im Tempel zu Jerusalen aufbewahrte Pentateuchrolle, weil diese auch ohne eine der Vorsichtsmassregeln genügend geschützt wars). Wenn es nun in Jadajim (4, 6) heisst כתבי הקודש לפי חבתן היא טומאתך" dass bei den heiligen Schriften im Verhältnis zu ihrer Beliebtheit ihre Tumah steht, so beweist der Ausspruch אסתר אינו מטמאה את הידים L) Kanon S. 74. 2) Jadajim 4, 5. 3) Kelim 15, 6.