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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 500

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1905-01-01
Page
Seite 500 (sequence 2)
Language
German
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500 Besprechungen. Racha (in Folz) ist Raschi, Alza — Alfasi. Was »Walos* das als Deutung von »Walin« gegeben wird, bedeuten soll, bedarf erst recht einer Erklärung. Die Bewunderung dieses Wissens, wie der (nicht einmal so verderbten) Niederschrift des Adon olam ist unbegründet. Dazu gabs Täuflinge, die das erzählten. Überdies hat Folz Viktor v. Karbens und Pfefferkorns Schriften gekannt (Peter Niger ist geborener Christ). Schirma (S. 52) ist wohl Sehern jisborach, Gaina sollte Goim heissen, Hermuss—Cherem, Tefer=Kefer (Grab) Aura=Arira, Maropot—Meorot,Maschmaschmia=1Missa meschunnah. Frankl lässt das Alles unerklärt. Thinoa (S. 132) ist wohl eherTmea als Thinnuf. Und dieses Schimpf- und anderer Wörterlexikon erscheint unserem Autor als Zeugnis einer »Kenntnis der jüd. Literatur,.jüdischer Sagen und Sitten« — bei Folz und Grimmelshausen (S. 83)! Dass in Folz »Von der alten und neuen Ee« die Fragen . . aus den obskursten Teilen des Talmud und den »kabbalistischen Deutungen desselben« (Herr, dunkel ist der Rede Sinne) ״gewählt“ sind, können wir dem nicht aufs Wort glauben, der der grossen Belesenheit des christlichen Dichters nicht folgen zu können erklärt (S. 16) umsoweniger, als er seine Geschichtskenntnis damit bezeugt, dass er (ib. Anmerk.) erzählt, dass bei der Disputation zu Tortosa (1412—14) ״sämtliche Juden sich taufen Hessen“ — was natürlich nicht wahr ist, da Benedict XIII. selbst verkündet »fere tria milia . . . fidem catholicam susceperunt«. So weiss denn auch unser Autor nicht, dass die Rolle des ״Freiheit“ (Vaganten, der als Verteidiger der Christen auftritt) im Talmud Sanhedrin 91a dem Gabihah ben Pessissa zugeteilt ist. Wenig bietet Hans Sachs, da in seinem Stucke allein die Frage ob der Messias gekommen ist oder nicht, behandelt wird. Erst die Uebersetzung eines lateinischen aus dem 13. Jahrhundert stammenden Antichriststückes bringt im 15. Jahrhundert gehässige Äusserungen über die Juden. Freilich schon im 14. Jahrhundert waren solche Spiele, die den Hass gegen die Juden anzuregen beflissen waren, Mode geworden. Auch hier wieder haben wir nichts gegen die litterarischen Darlegungen des Verfassers, sehr vieles aber gegen seine Schilderung der Stimmung und Gesinnung der Juden einzuwenden. So ist Sabbathai Zewi nicht in einem Lande als Messias aufgetreten, in welchem Druck und Elend die Hoffnung auf Erlösung wachriefen. In Deutschland war die Lage ja nicht sehr rosig, aber von den Messiashoff nungen, die durch Ascher Lämmlein (1502) der christlichen Welt bekannt geworden waren, war doch nur ein geringer Teil der Juden ergriffen. Die grosse Mehrheit hat Gott um Erlösung durch seinen Gesalbten angefleht, diesen aber als ein übernatürliches Wesen sich vorgestellt. So sind es wieder Schriften einiger getauften Juden, welchen

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