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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 472

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 472 (sequence 14)
Language
German
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472 Uber Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. Unrichtig ist in der Schrift De Republica die Berufung auf Mischna Pea cap. 8 dafür, dass der Wert der Goldmünzen zu den Silbermünzen im Verhältnis von 1 :25 und der des Goldes zum Silber in dem Verhältnis von 1:12 stehe1), während an einer späteren Stelle dieselbe Mischna richtig als Beleg dafür angeführt wird, dass der Besitzer von fünfzig Golddenaren nach dem Gesetze nicht mehr als Armer zu behandeln sei2). Nicht sehr talmudkundig müssen die Gewährsmänner Bodins gewesen sein, auf deren Unter- Stützung er, wie wir gesehen haben3), bei der Benutzung des Talmudtraktats Sanhedrin gerechnet hatte, denn gerade in den Citaten aus diesem Traktate treten uns mehrfache Irrtümer und Missverständnisse entgegen. Mit Recht behauptet Bodin, dass die Juden an dem über Jesus gefällten Todesurteil deshalb nicht teilgenommen hätten, weil ihnen, seitdem Judaea in eine römische Provinz verwandelt worden war, das Recht über Leben und Tod genommen war. Dagegen beruht es auf einem Missverständnis, wenn er aus Mischna Sanhedrin IV, 1 beweisen will, dass nur Prieest in lascivam brutamque cupiditatem dotninaiio, ut Hebraei annotant in lib. פרק' אבות dicentes, Satanam portari a serpente, id est (ut Philo Hebraeus interpretatur) a voluptate etc. Gemeint ist eine auch von Maimonides (More II, cap. 30) angeführte Stelle aus Pirke d’ R. Elieser cap. 13. Eine andere Stelle aus den Pirke d3 R. Elieser., die er vermutlich aus Maimonides (More II, cap. 26) kennt, hat Bodin im Sinne, wenn er Methodus cap. 8, pag. 328 sagt: Quod Maurus(!) quidam sapiens innuit, cum diceret Deum coelestes orbes de luce vestimenti sui condidisse. ב) De Republ. VI, cap. 3, pag. 1071. Et in Pandectis Hebrae״ orum auri nummus argenteis 25 existimatur (In Misna tract. de angulis cap. 8, paragr. ה et ד), quo fit, ut, cum Hebraeis aurea numis״ mata argenteis duplo graviora fuerint, auri ad argentum ea ratio fuerit, quae est unius ad 12. 2) De Republ. VI., cap. 6, pag. 1196. Hebraei hanc Romanorum definitionem secuti sunt in suis Pandectis et, qui aureos quinquaginta in censu haberet, mendicare vetuerunt (In libro misnaoth, de angulo cap. 8. et tract. de decima secunda cap. 4.) ף Vgl oben S. 327.

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