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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 470

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 470 (sequence 12)
Language
German
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470 Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. Fürsten angeschrieben zu werden. Dazu bemerkt der Calvinist Curtius, noch wirksamer sei das Vorgehen des Kaisers Jovianus gewesen, der durch den Erlass eines Ediktes der Union, das Henotikon genannt, Heiden, Christen, Arianer, Manichaeer, Juden und an die zweihundert Sekten zur Eintracht vereinigte und die Redner ohne Unterlass zur Mässigung gemahnte, damit sie nicht durch aufrührerische Reden das Volk und den Staat in Unruhe stürzten, sondern sie zur Frömmigkeit, Gerechtigkeit und gegenseitigen Liebe einlüden1). Dem stimmen alle zu, und nachdem der Psalmvers (133, 1): »Wie schön und wie lieblich ist es, wenn Brüder bei einander wohnen« in besonders feierlicher Weise war gesungen worden, gehen sie unter gegenseitigen liebreichen Umarmungen auseinanden In der Folge aber verkehrten sie, durch Frömmigkeit, Unbescholtenheit und gemeinsame Studien verbunden, in bewundernswürdiger Eintracht miteinander, hielten jedoch keine Disputationen über Religion mehr, obgleich ein Jeder seine Religion in höchster Heiligkeit des Wandels behauptete. Für den Talmud, den er zuweilen unter der, auch dem Gesetzeskodex des Maimonides beigelegten, Bezeichnung: Pandectae Hebraeorum anführt, hegt Bodin, wie wir bereits gesehen haben, eine grosse Wertschätzung, die ihn aber doch nicht vor sehr bedenklichen Irrtümern geschützt hat, ein Schicksal freilich, dem nichtjüdische Gelehrte bis 1J Fridericus. Theodorici, Romanorum et Gothorum imperatoris, sententia digna est, quae Iitteris aureis pro foribus principum inscribatur. Cum enim a senatu Romano admoneretur, at Arianos suppliciis ad fidem catholicam adigeret, ita rescripsit: religioneni imperare non possunrus, quia nemo cogi potest, ut credat invitus. Curtius. Praeclare ille quidem, melius etiam Jovianus Imperator, qui edicto unionis proposito, quod Henoticon■ appellabat, Paganos, Christianos, Arianos, Manichaeos, Judaeos ac prope ducenta sectarum genera ad concordiam aggregans oratores ad modestiam assidue cohortabatur, ue plebem seditiosis conclonibus ac reipublicae statutn conturbarent, sed ad pietatem, integritatem, caritatem mutuam invitarent.

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