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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 468

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 468 (sequence 10)
Language
German
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468 Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. strenger und schwerer als die der Thora, sondern sie sind, wie schon Tryphon bei Justin sagt, derart, dass sie gar nicht erfüllt werden können. So wird z. B. die Ehescheidung verboten, wenn die Frau nicht des Ehebruchs überführt ist, was nach dem Zeugnis Aller, die sich mit der Gesetzes־ pflege beschäftigen, überaus schwierig ist. Kann es aber, selbst wenn die Frau keine Ehebrecherin ist, etwas Unbilligeres geben, als Jemanden zu zwingen, mit seiner Feindin zusammenzuleben und dadurch allerlei Umtrieben, ja sogar Mordversuchen, Vorschub zu leisten? Ebenso unnatürlich ist es, den Geschiedenen die Wiederverheiratung zu verbieten. Das führt zur Buhlerei, zum Ehebruch, zur Selbstbefleckung und anderen hässlichen Ausschreitungen. Die Annahme des jüdischen Gesetzes über die Ehescheidung bei allen Völkern ausser den römisch-katholischen hat aus Furcht vor der Scheidung die Frauen enthaltsamer und die Männer gefügiger gemacht1). Das unnatürliche, den Priestern aufeiiegte Eheverbot hat die Reinheit der Heiligtümer und die Keuschheit der Lebensführung schwer beeinträchtigt, und ebenso verderblich hat das von unzähligen Mädchen abgelegte Keuschheitsgelübde gewirkt. Daher kommen die wollüstigen Ausschreitungen beider Geschlechter, gewaltsamer Abort, Vatermord, Ehebruch und eine Besudelung der Tempel, wie sie selbst von den Heiden nicht zugelassen wurde2). Zu wiederholten Malen wendet sich Salomo in seinen Ausführungen gegen das Messopfer der Katholiken. Wenn schon die Anbetung Gottes, denn zu einer solchen lud Aron, das Tetragramm gebrauchend (חג יהוד׳ לנר), das Volk ein, weil sie unter dem Bilde des goldenen Kalbes geschah, den Zorn Gottes in dem Masse erregte, dass dreitausend Menschen deshalb getötet wurden, um wieviel 1) Dass dies die Ansicht Bodins selber sei, geht aus mehreren Stellen auch in anderen Schriften hervor. Vgl. oben S. 332, Anm. 3 und weiter den Nachweis der Maimonidesstellen. 2) Heptaplom. VI, pag. 328.

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