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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 467

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 467 (sequence 9)
Language
German
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Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. 467 Juden seien Gesang und Tänzen an den Festen durchaus nicht abhold, wie ja auch das Wort חג zugleich Tanzen und Sinnen bedeute, weil die Feste durch Reigen und Be- Pachtungen gefeiert werden sollten. So seien auch von alters her Sabbate und Feste dem Gebote der Schrift gemäss freudig begangen worden, allerdings nicht durch vulgäre Gesänge, sondern durch musikalisch begleitete Lobpreisungen Gottes und einige der geistigen Nahrung dienende Stunden, in denen die heilige Schrift gelesen wurde. Wenn aber von den Juden behauptet würde, sie seien trüber und trauriger als andere gestimmt, so komme dies daher, dass sie nicht nur das Sabbatgebot, sondern auch die anderen Vorschriften des Dekalogs ungestraft verletzen sähen. Der im ersten Ausspruch des Dekalogs vorgeschriebenen Anbetung des einig-einzigen Gottes zuwiderhandelnd, beteten auch die Christen unzählige Götter, nämlich all die Engel und heiligen Geister, an. Im Gegensatz zu der im zweiten Ausspruch untersagten Bilderverehrung fänden wir die Tempel in allen Ecken und Winkeln voll von aus allerlei Material gefertigten Bildern; ja selbst balsamierte Leichen würden geküsst in dem Glauben, dass dies für den Körper und für die Seele heilsam sei1). Das dritte Gebot würde dadurch verletzt, dass bei den Namen fremder Götter und Dämonen geschworen werde. Was die Übertretung der anderen Gebote des Dekalogs betreffe, so bedürfe es dafür keiner weiteren Beweise; es sei nur an die Buhlerei, den Ehebruch und die Unkeuschheit der Orcleiisleute beiderlei Geschlechts erinnert2). Die Vorschriften des Evangeliums sind nicht nur ג) Salomo weist hier auf den Widerspruch bei Luther hin, der zuerst behaupte, dass die Schrift nur die Anfertigung eines Abbildes von Gott, nicht aber des Gekreuzigten und der Apostel verbiete, dann aber hinzufüge: wir wollen auf diese nicht hören und achten; die Gebote über den Sabbat und die Bildsäulen sind aufgehobene Ceremonien. 2) Heptaplom. IV, pag. 159 160״. 30*

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