Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 466

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 466 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2829132-2829787-2829792-2886262--33856-2886365
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

466 Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. werden könne. Im Widerspruch mit der an Noah nach der Sündflut ergangenen Verkündigung (Genes. 7, l fg.) und dem Ausspruch des Psalmisten (8, 7) behaupteten sie sogar, der Mensch habe durch die Sünde Adams auch die Hern Schaft über die Tiere eingebüssf. In Wahrheit aber ist die Erzählung vom Sündenfall Adams als eine Allegorie aufzufassen1). Jeder Mensch ist sein eigener Adam; was Adam begegnet ist, das begegnet allen, die den Lockungen der Sünde und der das gebührende Mass überschreitenden Neigung zur Wollust Folge leisten, die in der Sinnesfreude das höchste Gut und in dem Schmerz und der Sorge das höchste Übel erblicken. Und wie von Adam gesagt wird, dass er zu sich selbst zurückgekehrt und wieder zur Besinnung gekommen sei, d. h. dass er von der Sinnenlust sich wieder der Betrachtung der intelligiblen Dinge zugewandt, und dass er in Seth einen wahrhaft göttlichen, in Gottes Ebenbild erzeugten Sohn erhalten habe, so ist es auch mit uns, wenn wir aus dem Schmutz der Begierden wieder emportauchen und den rechten Weg des Heils beschreiten2). Auf die Bemerkung des Senamus, dass die Juden, mürrisch und trübselig, alle Festesfreuden zu verschmähen schienen im Gegensatz zu den alten Griechen und Römern, die, weil heiterer und freudiger gestimmt, auch den Göttern angenehmer gewesen seien, erwidert Salomo, auch die ב) In der Note : Philo Allegor. Leg. Leo Hebraeus. 2־) Heptaplom. VI, pag. 305—306. Vgl. auch ibid. VI., pag. 296— 297. Non dubito, Adamum in eo peccavisse, non quod poma vetita decerperet, ut vulgus puerili errore opinatur, sed quia meutern ab intellegibilium rerum contemplatione abductam cupiditatum ac sensuum illecebris inoscarl et obrui pateretur. Sic enim Ebraeorum theologi acutissimi (Philo. Rabbi Ruhen in I i b r o A b o t h Natan cap. 16) mulieris appellatione sensus corporeos, mariti vero nomine intellectum significari ajunt, at serpentis verbo voluptatem, quae quasi serpens corporis latebras subire ac meatus omnes corporum et orificia tentare, vim tarnen paecipuam dentibus exserere et in ventrem reptare solet etc. (Vgl. weiter den Nachweis der Talmudstellen.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.