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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 462

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 462 (sequence 4)
Language
German
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-462 Über Jean Bodin in se nen Beziehungen zum Judentum. Schrift zahlreiche Stellen, die allegorisch aufzufassen sind, und deren geheimer Sinn nur dem Eingeweihten verständlieh ist. Wie im Tempel das Volk nur den Vorhof betreten durfte, von dem die Stätte der Leviten geschieden war, die Priester das den Leviten verschlossene Heiligtum betraten und der Hohepriester allein das Allerheiligste, in dem die Bundeslade ruhte, so sind die biblischen Schriften in der Weise abgefasst, dass das, was zum Heil eines Jeden notwendig ist, wie der Dekalog und die 613 Oe־ und Verbote, auch von Jedem begriffen werden kann. Was dagegen nur zum Heil Weniger notwendig ist, wie die verborgenen Gründe der Opfer und Gebräuche, wird nur von den Gelehrten, und manches, wie die Wissenschaft von den geheimen Gründen der Naturdinge, die wir Kabbala nennen, wird nur von den Allergelehrtesten verstanden. Das Geheimnisvollste aber ist die von Ezechiel gegebene Be- Schreibung des Thronwagens, der die Himmelskreise und die göttlichsten Dinge darstellt, was auch von Maimonides nur mit den Fingerspitzen berührt wird, während er das Tiefere unerklärt lässt. Auch in den Erzählungen der Schrift verbirgt sich hinter den Tatsachen, die sie berichten, oft ein allegorischer Sinn. So werden z. B. von scharfsinnigen Theologen in der Erzählung von der Vertreibung Hagars die Magd und deren Sohn, die Sarah vertreiben will, als die der Tugend widerstrebende Begierde und die von ihr erzeugte Sünde gedeutet, die von der herrschenden Vernunft vertrieben werden müssten, und wenn der Engel der Magd gebietet, nach Hause zurückzukehren und sich der Sarah zu unterwerfen, so sei damit der Gehorsam gemeint, den die Begierde der Vernunft als Herrscherin zu leisten habe. Abraham soll der Sarah, das heisst: der Vernunft, willfahren; . der Sohn . der Magd soll . nicht instrumenta sacrorum, nulli ritus, quäe re rum in natürae thesauris abditartim arcana pulcherritna non continent, ac irigeniösissime Philo Hebraeus, Abraham abn Esra, (Rex) [Rabbi] Salomo, Leo Hebraeus interpretantur.

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