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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 461

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 461 (sequence 3)
Language
German
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Uber Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. 461: Israel, aus dem Lande der Väter vertrieben, kein eigenes Land besitzt, ist eher als ein Zeugnis der Güte Gottes denn seines Zornes zu betrachten. Wie die Leviten keinen Bodenbesitz erhielten, weil Gott ihr Erbe war, so ist es. auch mit Israel, denn wer den Himmel zum Erbe hat, der bedarf der Erde nicht1). Wenn in der Bibel neben der Gottesanbetung, die zur Erlangung der Glückseligkeit allein genügt, die Darbringung von Opfern und gewisse Ceremonien und Riten vorgeschrieben werden, so geschieht dies zu dem Zweck, um Israel von der Anbetung der Dämonen, die sich in solchen Opfern und Ceremonien darstellte, fern zu halten, was niemals gelungen wäre, wenn diese Übungen nicht auf die Anbetung Gottes wären übertragen worden. Dass auf die Opfer an sich kein besonderer Wert gelegt wird, beweist der Umstand, dass sie auf den Tempel beschränkt blieben und an den anderen der Gottesverehrung geweihten Stätten nicht gestattet waren, und dass Gott die Zerstörung des auf Zion errichteten Tempels und damit das Auf hören des Opferdienstes zugelassen hat. Der Dekalog, der gewissermassen als die Bundesschliessung Gottes mit Israel bezeichnet wird, enthält keine Opfervorschriften, und von den Propheten wird an zahlreichen Stellen die Verwerfung der Opfer, oder doch wenigstens ihre Entbehrlichkeit für das Heil des Menschen ausgesprochen. Ohne Nutzen sind aber deshalb auch die Opfergesetze nicht, obschon sie jetzt nicht mehr ausgeübt werden, da in ihnen tiefe, von den jüdischen Gelehrten dargelegte Gedanken allegorisch angedeutet werden2). Auch sonst finden sich in der heiligen gentes idolis deditas nescisse, quantam jacturam sui facerent, cum templumillud Hierosolymorum,in quo gentium omnium scelera expiabantur, inflammarent. Nam diebus festis, qui intentoriis celebrari consueverant, hostiae Septuaginta immolari jubentur, quod interpretes pro Septuaginta populis factum tradunt. Vgl. weiter den Nachweis der Talmudstellen. M Heptaplom. V, pag. 201—202. 2) Heptaplom. IV, pag. 145—146. Nullum est sacrificium, nulla

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