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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 460

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 460 (sequence 2)
Language
German
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460 Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. Bekennern der anderen Religionen bestritten werden. Ist es nicht wunderbar, dass die Bücher des göttlichen Gesetzes sich in allen Leiden, Verbannungen und Staatsumwälzungen unversehrt erhalten haben, dass sie, in alle Sprachen über־ setzt, unter alle Völker verbreitet, die Grundlage der Christ־ liehen und ismaelitischen Religion geworden sind? Die Juden allein haben das Gesetz unverändert befolgt, ihre Religion rein und ungetrübt erhalten und sich nicht, wie die fsmaeliten und Christen, die doch auch in Abraham den Urheber ihrer Religionsgemeinschaften erblicken, in verschiedene Sekten gespalten1). Es ist nicht wahr, dass Israel von Gott verworfen worden sei. Hat Gott doch Israel versichert, dass er den Bund mit Abraham nie brechen, seines Volkes nie vergessen werde, dass eher der Lauf der Gestirne aufhören, als dass er Israel verwerfen werde2). In der Verbannung hat Israel seinen früheren Wankelmut überwunden und ist in seinem Glauben so erstarkt, dass es sich durch keine noch so lockenden Versprechungen wie durch keine noch so bitteren Leiden in seiner Überzeugungstreue erschüttern Hess. In alle Länder zerstreut, haben die israelitischen Kolonieen die anderen Völker mit den göttlichen Gesetzen bekannt gemacht und sie von der Verehrung der Götzen und Dämonen der Verehrung des Einen Gottes zugeführt. Das ist der Beruf Israels, das als ein Priesterreich und heiliges Volk dastehen und als solches auch Fürbitte für die anderen Völker einlegen soll3). Dass 1J Die Parteien der Pharisäer, Essäer und Sadduzäer sind, wie B. bemerkt, nicht in dem Sinne als Sekten zu betrachten, denn sie unterschieden sich voneinander nicht in Betreff der Religion selbst, sondern nur in Betreff der grösseren oder geringeren Heiligkeit in der Lebensführung. Die Samaritaner aber waren weder ihrer Abstammung noch ihrer Religionsübung nach Juden, da sie mit der Verehrung Gottes die einer Götterschar vereinigten, wie die Römisch- Katholischen mit der Anbetung des Einen Gottes die Verehrung der Engel und Heiligen vereinigen. 2) Heptapiom. V, pag. 193—197. Heptapiom. V, pag. 201. Itaque Rabbi Johannes exclamat,

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