Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 459 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829787-2829792-2886262--33849-2886358- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
459) Ükr }ean jjodin in seinen gedehnnjen zum ]uüentum. Von Jacob Gruttmann. (Schluss). Aus dem reichen Inhalt des Heptaplomeres wollen wir uns, um diese Abhandlung nicht über Gebühr auszudehnen, auf eine Wiedergabe - vornehmlich derjenigen Stellen beschränken, in denen das Verhältnis des Judentums zum Christentum erörtert wird. Als die beste Religion, darin kommen alle Redner überein, ist die älteste anzusehen, d. h. diejenige, die von Gott selbst dem ersten Menschen verliehen worden ist, und die sich dann von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt hat bis zu Abraham, der seine chaldäische Heimat verliess, als die Bewohner dieses Landes von der alten Gottesverehrung abfielen und sich der Anbetung der Gestirne zuwandten1). Diese mit dem Naturgesetz, identische Religion genügt, um den Menschen zur Glück- Seligkeit zu führen. Wenn von Abraham gesagt wird, dass er das göttliche Gesetz beobachtet habe, so kann damit doch nur das Naturgesetz gemeint sein, wie auch Philolehrt, dass die Gebote der beiden Tafeln in nichts von der Natur abweichen und dass es keines grossen Studiums bedürfe, um das Leben nach den göttlichen Gesetzen einzurichten. Weil aber durch die Verbrechen der Menschen das Naturgesetz entweiht und aus den Gemütern geschwunden war, darum hat Gott, um einer weiteren Verletzung dieses Gesetzes vorzubeugen, das Naturgesetz durch die Offenbarung erneuert und auf die steinernen Tafeln niedergeschrieben2). An die Tafeln des jüdischen Gesetzes muss man sich halten, da dieses von den Ismaeliten, Christen und Juden gleichmässig anerkannt wird, während die Lehren des Koran und des Neuen Testaments von den ג) Heptaplom. IV, pag. 141—142. 2) Heptaplom. V, pag. 190—191.