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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 444

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Die Entstehung und Entwicklung des Apostolats im Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 444 (sequence 18)
Language
German
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444 Die Entstehung und Entwicklung des Apostolats im Judentum. heimischen Gelehrten genannt werden. So erklärt es sich auch, dass die Apostel in ganz eminentem Sinne die Vertrauensmänner der Gemeinden waren, und dass diese ihnen freiwillig weitgehende Befugnisse übertrugen, wie z. B. die Gemeinde zu Bostra dem R. Simon b. Lakisch. So wird es verständlich, wie Epiphanius davon sprechen kann, dass die Apostel die nächsten und vertrautesten Ratgeber des Patriarchen seien, während er korrekter hätte sagen müssen, dass die nächsten und vertrautesten Ratgeber vom Patriarchen als Apostel ausgesandt werden. Der Unterhalt der Apostel wurde von den Gemeinden bestritten; als Ausweis diente das Beglaubigungsschreiben des Patriarchen1). Zwei Irrtümer bei Krauss sind noch zu berichtigen. Auf der Suche nach dem Namen der Apostel im Talmud und Midrasch gerät er (S. 378 f.) auf völlig falsche Fährte, weil er ausser acht lässt, dass er selbst zu Anfang seiner Abhandlung den hebräischen, bezw. aramäischen Namen des Amts nach Hieronymus angibt. Die Identifizierung mit den גבאי צדקה äst, wie unsere Untersuchung zeigt, schon aus dem Grunde unzulässig, weil der Apostolat niemals lediglich ein finanzielles Amt gewesen ist. Ferner war der גבאי צדקה stets nur der Armenvorsteher der Gemeinde, seine Wirksamkeit ging nicht über die Heimatsgemeinde hinaus2); gerade das charakteristische Merkmal des Apostolats fehlt also, Sollte der Armenvorsteher ein Chaber sein, so war der Apostel ein ordinierter Gelehrter; also auch hier ist die angebliche Übereinstimmung nicht vorhanden. Gänzlich verfehlt ist die Heranziehung von Tanchuma (ed Buber) Emor 263) und Parallelstellen. Von diesen auf die römisehen Steuererheber bezüglichen Stellen ist auf das jü- *) j. Chag. I 76 d oben, j. Ned X Ende 42 b; vgl. I Kor 9,4 ff, Phil. 4,10 fi 2) Weinberg in Monatsschr. 41, S. 678 f.; Schürer II3, 440 f. 3) 18 bei Krauss a. a. O. ist ungenaues Zilat.

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