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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 440

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Die Entstehung und Entwicklung des Apostolats im Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 440 (sequence 14)
Language
German
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440 Die Entstehung und Entwicklung des Apostolats im Judentum. An die Stelle der Tempelbehörde trat das Beth-Din des Patriarchen als die Zentralbehörde, an die Stelle der gesetzlich vorgeschriebenen Tempeisteuer die von allen freiwillig geleistete Abgabe zum Unterhalt der Lehrhäuser in Palästina. Aber die Überbringung der Gelder durch die Festpilger fiel fort, und auch sonst dürfte sich die Gele־ genheit zur Übermittlung der Beträge durch Vertrauenswürdige Personen, die nach Judäa reisten, nicht gar oft geboten haben. Die Gemeinden wären also genötigt gewesen, eigens zu diesem Zwecke Männer auszusenden. Tatsächlich dürfte dies mehrfach der Fall gewesen sein; so wird z. B. von dem bereits erwähnten Theudas in Rom berichtet, dass er nach Judäa Geld zum Unterhalt der Lehrer und der Schulen sandte1). Aber im allgemeinen scheint ein anderer Modus in Aufnahme gekommen zu sein, nämlich die Übermittlung der Gelder nicht durch die Apostel der Gemeinden, sondern durch die Apostel des Patriarchen und seines Kollegiums2), die ja ohnehin zur Mitteilung der Festsetzung des Kalenders wie zur Aufrechterhaltung der Einheit der religiösen Organisation und Übung regelmässig ausgesandt werden mussten. Schon kurze Zeit nach der Zerstörung des Tempels, zur Zeit R. Akibas, finden wir Apostel des Patriarchen zur Einziehung der Patriarchen־ Steuer, ebenso im 3. Jahrhundert R. Chijja b. Abba und R. Simon b. Lakisch3). Im 4. Jahrhundert berichtet Epiphanius das Gleiche4), und der Codex Theodosianus bestätigt ausdrücklich, dass zur Zeit des Honorius vom Patriarchen Apostel ausgesandt wurden, d. h. Männer, die zu b estimmter Zeit zur Einziehung der gesammelten Gelder ף s. o. S., 437. 2) Auf diese veränderte Art der Einsammlung weist Schürer, Gesch. d. jüd. Volkes III3, 101 bereits hin. 3) j. Hör. III fol. 48 a; s. Krauss S. 375 ff., vgl. j. Pes. IV. fol. 31 b. 4) Epiph. adv. haer. 30,11. Der Ausdruck Zehnten und Erstlinge ist natürlich nicht buchstäblich zu nehmen; s. Krauss S. 373.

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