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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 437

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Die Entstehung und Entwicklung des Apostolats im Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 437 (sequence 11)
Language
German
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Die Entstehung und Entwicklung des Apostolats im Judentum. 437 den Gemeinden der Diaspora die Anordnungen der Zentralbehörde zu übermitteln und ihre Durchführung zu veranlassen und zu überwachen. Schon Graetz bemerkt, dass es nur auf diese Weise zu erklären ist, dass die Synhedrialbeschlüsse so schnell Gemeingut der ausserpalästinisehen Gemeinden geworden sind1). So wurden die Apostel Exekutivbeamte der Zentralbehörde. Und auch hierfür haben wir Belege aus verhältnismässig früher Zeit. Als jüdischer Apostel geht Paulus nach Damaskus, um Massregeln gegen die Christen zu veranlassen2). Der Patriarch Juda II. sendet drei Gesetzeslehrer in die Ortschaften Palästinas, um Bibel- und Mischnalehrer einzusetzen3). So berichtet noch Epiphanius von dem jüdischen Apostel joseph, der in Cilicien unwürdige Vorsteher und Beamte absetzte und die Gemeinden reorganisierte4). So wurden Sendboten mit Briefschäften an hervorragende Männer ausgesandt, wenn diese Massnahmen getroffen hatten, die den von der Zentralbehörde festgestellten Grundsätzen widersprachen, z. B. an Chananja, der in Babylonien unabhängig vom Patriarchen den Kalender halte regeln wollen5), an Theudas, der in Rom den Brauch eingeführt hatte, am Passahabend ein nach Art des Passahopfers zubereitetes Lamm zu gemessen6), usw. Ein wenig anders scheint der Fall des R. Simon b. Lakisch in Bostra zu liegen7). Sein Auftrag lautete an- ג) Graetz IV3, S. 444. 2) Act. 9,2; 22,5. 3) j. Chag. I f. 76 c. 4) Epiphan. adv. haer. 30,11. . 5) j. Nedar. VII fol. 70 b, Snh. I fol 19a,b. Berach. 63 a, b. 6) Berach 18 a; vgl. übrigens Bacher, Agada der Tannaiten II, 560. Theudas selbst als Apostel zu bezeichnen, weil er Gaben nach Palästina sandte (Krauss S. 383), ist völlig verfehlt. Er wird ausdrücklich איש רומי genannt, ist also in Rom zu Hause und nicht von der Zentralbehörde ausgesandt worden. Falsch ist auch die Wiedergäbe des Namens bei Krauss. Der Name lautet an allen Stellen DHiri; an einen Irrtum ist bei einem so bekannten Namen nicht zu denken. 7) j. Schebiith VI fol. 36 d. oben; Krauss S. 380.

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