Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 432

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Die Entstehung und Entwicklung des Apostolats im Judentum
Date
1905-01-01
Page
Seite 432 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829787-2829792-2886260--33820-2886331
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

432 Die Entstehung und Entwicklung desApostolats im Judentum . Auch für die Terminologie des Unterrichtswesens ist die angezogene Chronikstelle von Bedeutung. למד ist hier absolut, d. h. ohne persönliches und sachliches Objekt, in prägnantem Sinne gebraucht, וילמדו בעם »sie lehrten im Volke». In der heiligen Schrift findet sich dieser Gebrauch sonst nur noch ein einzigesmal, in der Überschrift des 60. Psalms ■(ללמד). Bacher weist nach, dass הגיד und למד in gleicher Bedeutung zur Anknüpfung der Auslegung an den Bibeltext angewendet wurden, bis dann in der Schule Akibas הגיד vollständig durch למד verdrängt wurde. Für beide Worte stellt er die Bedeutung «lehren» fest; zu הגיד ist das Subjekt, also der Lehrende, stets der Bibeltext, während למד daneben auch in der Bedeutung »eine These exegetisch ableiten« mit persönlichem Subjekt vorkommt. Die Bedeutung predigen, bez. Predigt lehnt Bacher für beide Worte ab1). Trotzdem werden wir von dieser Bedeutung auszugehen haben. Den Beweis erbiingt für die ältere Zeit unsere Chronikstelle; dass dieser Sprachgebrauch sich recht lange erhalten hat, beweist das neue Testament. Im N. T. werden r/)pu<j<731v und StSacrzsw, die genau dem hebräischen הגיד und למד entsprechen, promiscue gebraucht. In der Sprache der Kirche hat später xTjpuacrstv allein die Bedeutung »predigen« erhalten oder vielmehr beibehalten. Dass &1$a<7>tstv imN.T. *predigen* heisst zeigt am besten Matth. 5,2 wo die Bergpredigt eingeführt wird e&&oc<>/tsv. auTou;. Ohne persönliches Objekt findet sich Xi&araeiv an einer Reihe von Stellen. Erwähnt seien Marc. 12,35’, Luc. 19, 47; 20,1, wo von dem »Lehren« im Tempel, und besonders Marc. 1,23; Luc. 13,10, wo von dem »Lehren« in den Synagogen berichtet wird. Die deutlichste Stelle 1j Bacher, Agada der Tannaiten I2 S. 465 ff; Terminologie der Schriftauslegung S. 30 ff. 95. Gelegentlich sei ein Versehen in Agada S. 470 unten korrigiert; es muss heissen : »bevor in der Schule Akibas das Verbum למד als Terminus der Schrifterklärung das gleichbedeutende הגיד verdrängte«.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.