Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Esther
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 425 (sequence 21)
- Language
- German
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Esther. 425 pentateuchische Gebot in Exod. 17, 14 כתוב זאת זכרו; בספר״, schreibe dieses zum Andenken in das Buch« enthält eine klare und deutliche Antwort auf die Frage, welche die Ge־• setzeslehrer beschäftigte; denn, wenn die Thora befiehlt, jenes Freudenereignis zum Andenken für die Zukunft niederzuschreiben, so konnten die Gesetzeslehrer wirklich hierin eine Kundgebung des göttlichen Willens, jedes Freudenereignis zur dauernden Erinnerung für die Zu־ kunft niederzuschreiben, erblicken. Wir verstehen es daher sehr wohl, dass der Erzähler die Erfassung des in diesem pentateuchischen Gebote enthaltenen Gedankens als eine »göttliche Erleuchtung« bezeichnen konnte. Das um diesen Gedanken gesponnene Wortspiel ist die homiletische und haggadische Schale, wie wir sie oft als die äussere Fassung einer religiösen, ethischen und philosophischen Idee im Talmud finden. Nach dieser Auffassung ist es also nicht ein leeres Wortspiel, auf Grund dessen die Gesetzeslehrer einem feststehenden Grundsätze zuwidergehandelt hätten, sondern ein rein logischer Vernunftschluss, der neben jenem Grundsätze seine volle Berechtigung hat. Fassen wir nun die beiden vorausgeschickten Momente ins Auge, so bekommen die genannten Erzählungen im Talmud eine ganz neue Fassung. Der Babli erzählt somit zweifaches: Esther bat zuerst um Einsetzung einer Purimfeier "קבעוני לדורות". Diese Bitte wurde zuerst abschlägig beschieden, aus Furcht, die Perser könnten ihnen deswegen grollen. Esther erwiderte: man möge auf diese Befürchtung keinen Wert legen, da diese Geschichte bereits in die Annalen (der Perser) Aufnahme gefunden habe. Esther bat ferner: man möge ihre Geschichte in den Kanon aufnehmen, ״כתבוני בספר׳ (so die Leseart im עין יעקב statt כתבוני לדורות). Auch diese zweite Bitte wurde ihr zuerst verweigert, mit der Begründung: sie müssten sonst noch eine vierte Klasse zu den drei Abteilungen der Bibel hinzufügen, wozu sie sich aber nicht für berechtigt hielten; da eine alte Über״