Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 426

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Esther
Date
1905-01-01
Page
Seite 426 (sequence 22)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829787-2829792-2886259--33813-2886325
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

426 Esther. lieferung, welche in dem Salze ״הלא כתבתי לך שלשים״ ihre Andeutung hat, es ihnen verbietet, mehr als eine dreiklassige Bibel zu haben. Dieses Büchlein aber, in die dreiklassige Bibel aufzunehmen, dafür sahen sie den Grund nicht ein. Erst nach langem Forschen fanden sie, dass mit Rücksicht auf das allgemein aufzufassende Gebot von ״כתוב זאת זכרון בספר" die Aufnahme dieses Büchleins in die dreiklassige Bibel wohl zulässig sei. Hierdurch finden die seit einem Jahrtausend missverstandenen talmudischen Erzählungen ihre restlose Erklärung. Auch besteht gar kein Widerspruch zwischen dem Babli und Jeruschalmi mehr, da Jeruschalmi nur von der Einsetzung des Festes spricht, während im Babli in kürzerer Form vom Feste und vom Buche berichtet wird.1) A) So erklärt es sich auch, wieso sich unsere Erzähler die Ein- Setzung des Makkabäerfestes ohne Widerstand dachten, weil sie eben später durch die Allgemeinfassung des Gebotes von Exod. 17, 14 alles ähnliche für erlaubt hielten. Dass trotz der Ausdehnung dieses Gebotes die Makkabäergeschichte nicht der Kanonisierung gewürdigt wurde, ist ebenso wie das Nichtvorlesen dieser Geschichte am Makkabäerfeste lediglich als eine Folge der im letzten vorchristlichen Jahrhundert allmählich erwachsenen Aversion gegen die Makkabäerdynastie anzusehen (Vrgl. auch Marti, Geschichte der israelitischen Religion 1903, 276). Eine Folge dieser Aversion ist auch die von Babli Sabbäth 25 a ausgehende und durchs ganze Mittelalter hindurch stets gehegte Bestrebung, den Volkskreisen kaum etwas von den glänzenden Makkabäertaten zu berichten und die ganze Chanukkahfeier lediglich als eine Erinnerung an die Legende vom Ölkrüglein zu bezeichnen.. (Schluss folgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.