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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 4 · p. Seite 421

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 4
Article
Esther
Date
1905-01-01
Page
Seite 421 (sequence 17)
Language
German
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Esther. 421 Was nun beim Durchlesen dieser Erzählungen, deren Variirung in den palästinensischen und babylonischen Wiedergaben schon ein hohes Alter voraussetzt, sofort auffällt, ist folgendes: Zunächst ist es ganz unbegreiflich^ wie die Ältesten sich den Anschein geben konnten, als hätten sie in dieser eigentümlichen Deutung eines Verses die Lösung eines Problems, welches ihnen die grössten Schwierigkeiten bot, mit einem Male gefunden. Bedurfte es denn erst einer höheren Erleuchtung, um durch ein scheinbar rein haggadisches Wortspiel einen Vers das sagen zu lassen, was ihrer Tendenz entsprach? Wie konnten ferner dieselben Männer, die den Grundsatz zitieren, dass nach Moses keine religiösen Neuerungen eingeführt werden dürfen, sich berechtigt halten, auf ein Wortspiel hin diesem Grundsatz zuwiderzuhandeln? Endlich, wie soll man sich in diesen sich widersprechenden Berichten zurechtfinden? Nach dem jeruschalmi fanden sie in dem Verse eine Andeutung für die Einsetzung des Purimfestes, nach dem Babli hingegen bezeugte dieser Vers die Aufnahme des Estherbuches in die Bibel. Welcher von beiden Berichten ist der richtige? Im Buche Netiboih Olam v. Hirsch Katzenellenbogen wird es versucht, diesen Widerspruch zu lösen. Aber die Ausführungen versteigen sich in eine allegorische Wortgrübele!', welche als richtige Lösung nicht angesehen werden kann. R. Samuel Edels zu Megilla 7 a, scheint den jerusalemisehen Bericht für den richtigen zu halten, indem er annimmt, der jeruschalmi spreche ebenfalls nur von der Kanonisierung des Buches. Ferner meint er, der Babli habe deshalb den Bericht von dem Ärgernis der Alten über die religiöse Neuerung weggelassen, weil er in der Kanonisierung eines Buches keine religiöse Neuerung erblicken konnte- Diese Erklärung ist jedoch nichts weniger als einleuchtend; denn die Bemerkung des Jeruschalmi אין נביא

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