Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Esther
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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408 Esther. zu sagen: welchen Vorteil hat der Mensch von all seiner Bemühung (Koheleth 1, 3)? Man könnte nun glauben: auch von der Bemühung mit der Thora? Nachher sagten sie: er (Salomo) hat nicht gesagt, von all der Mühe, sondern: von all seiner Bemühung; mit seiner Bemühung befasse man sich nicht, wohl aber mit der Bemühung mit der Thora«. Rabbi Samuel bar Isaak erzählt: »Die Weisen wollten das Buch Koheleth verbergen, weil sie in ihm Worte fanden, welche zu Ketzerei hinneigen; sie sagten: die ganze Weisheit Salomos soll die sein, dass er sagt (Koheleth XI, 9): Freue dich Jüngling in deiner Jugend und lass dein Herz guter Dinge sein in deiner Jugend, tue was dein Herz gelüstet und was deinen Augen gefällt. Moses jedoch hat gesagt (Num. XV, 39): dass ihr nicht von eueres Herzens Dünkel euch umtreiben lasset, noch von eueren Augen euch verleiten lasset. Wenn nun Salomo sagt: tue was dein Herz gelüstet usw., so wäre der Züchtigungsriemen beseitigt und gäbe es kein Gericht und keinen Richter. Da er aber auch sagt (ibid.): und wisse, dass Gott dich um dies alles wird vor Gericht führen, so sagten sie: Salomo hat ganz gut geredet«. Vgl. ferner Babli Sabbath 30b: ״בקשו חכמים לגנוז ספר קהלת מפני שדבריו נוטים לצד מינות ומפני מה לא גנזוהו מפני שתחילתו דברי תורה וסופו דברי תורה". »Die Weisen wollten das Kohelethbuch verbergen, weil seine Worte zur Ketzerei hinneigen; und warum haben sie es nicht verborgen? Weil sowohl sein Anfang als auch sein Schluss Gesetzesworte sind.« Ebenso wird Babli Sabbath 13b und Menachoth 45a von Ezechiel gesagt: ,בקשו חכמים לגנוז ספר יחזקאל מפני שדבריו סותרים דברי תורה עד שבא חנניא בן חזקיה בן גרון וישב בעליה ודרשו". »Die Weisen wollten das Buch Ezechiel verbergen, weil seine Worte den Worten des Pentateuchs widersprechen, bis Chananja ben Chiskija ben Garon kam, sich in seine Dachkammer setzte und es erklärte.« Wir sehen nun, dass, so spärlich diese Quellen auch