Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 5)
- Language
- German
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Besprechungen. 370 Arab. endlich wird eine ebenso rationelle, wie tief eindringende Exegese angebaut, die sich eng anschliesst an die in derselben Sprache, und gerade mit deren Hilfe angebahnte Bearbeitung der Grammatik und Lexicographie, dereu hervorragendste Vertreter sind.: Juda Hajüg, der die Lehre von der Trilitelarität systematisiert, Jona ibn Ganäh, der in der Sprachvergleichung Grosses geleistet hat, sein literarischer Gegner, der Nagid Samuel Ibn Nagdela, dein wir auch eine in hebräischer Übersetzung unvollkommen erhaltene Einleitung in den Talmud, die unseren Ausgaben beigegeben ist, verdanken. Als Verfasser von Monographieen sind zu nennen Mose Ibn Chiquitilla, Jehuda Ibn BaPäm, ferner Isaak Ibn Barün. Als Exegeten ragen hervor Mose Ihn Chiquitilla und der diesen wegen seiner oft sehr rationellen Erklärungen heftig angreifende Juda Ibn Baläm. Den Höhepunkt dieser Periode bedeutet der durch 1 seine glutvollen Dichtungen berühmte Mose Ibn Esra, dessen Hingabe an die arab. Literatur getreu wie'derspiegel't sein grossenteils noch handschriftlich vorhandenes Werk Über Poetik und Rhetorik כתאב אלמחאצרדי, ואלמדיאכרדי,, das auch literar-historische sehr wichtige Angaben enthält, und von dem wir noch einige andere Werke haben, darunter eines über Metaphern und eigentlichen Sinn. Einer der letzten Vertreter der jüdischen Wissenschaft in arab. Sprache Ist der in Granada im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts als Rabbiner wirkende Saadia Ibn Danän, der auch eine Grammatik und ein Lexikon verfasste. Im IV. Kap. (§ 142—203, p. 175—255) wird wieder der Orient im Zeitraum von 1040—1500 behandelt. Auch hier begegnen wir einer Reihe von Ärzten, darunter dem berühmten Hibet Allah, der als Leibarzt des Saladin i. J. 1193 zu Fostät starb. Ungefähr zu derselben Zeit wirkte der zum Islam übergetretene Samuel Ibn Abbas in Bagdad, der auch als Arzt und Mathematiker Tüchtiges leistete, und von dessen »Rechenkunst« St. im Anhang, p. 334—335 eine Inhaltsangäbe bietet. Seine das Judentum widerlegende Schrift אפחאם אל יהוד »Zum schweigenbringen der Juden« ist nach einer inSLs Besitz befindlichen Kopie von Schreiner in der Monatsschrift Jhrg. 1898 zum Teil in haltlieh dargestellt worden. Den bedeutendsten Abschnitt bilden in diesem Zeitraum die Maimoniden, u. zwar Maimon ben Joseph, aus Cordoba stammend, Verf. eines Pentateuchkomm, und eines Trostschreibens, sein Sohn Moses, der die jüd.-arab. Wissenschaft zu ihrer höchsten Entfaltung brachte und durch seine Werke am nachhaltigsten wirkte, in gewissem Sinne auch auf die nichtjüdische Welt, dessen Sohn Abraham, dessen Pent-Komm, dem Referenten demnächst zu veröffentlichen, dank der Liberalität der Gesellschaft, vergönnt sein wird, und noch einige Generationen bis zum Ende des XIV. Jahrhunderts.