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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 3 · p. Seite 369

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1905-01-01
Page
Seite 369 (sequence 4)
Language
German
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Besprechungen. 369 bediente, in dem er halachische Werke, das Zivilrecht betreffend, und ein leider nur in wenigen Trümmern erhaltenes Wörterbuch, Häwi genannt, verfasste. Der letztgenannte verfasste wohl jedenfalls ein Gesetzbuch, dessen einzelne Teile uns teils in einigen Fragmenten, teils durch Bücherlisten, die in neuen Entdeckungen aus den Genisaschätzen gefunden worden sind, allmalich bekannt werden; auch schrieb er einen sehr weitschweifigen Kommentar zur Thora, der jedoch auch schon Abraham Maimuni (Anfg. d. XIII. Jahrhunderts) wohl nur fragmentarisch vorlag. Zu den arab. schreibenden Autoren des Orients gehören auch die in Nordafrika wirkenden Jehuda ben Koreisch, älterer Zeitgenosse von Saadia, Verfasser einer Schrift über die Vergleichung des Hebräischen mit der Sprache der Mischna, dem Aramäischen und dem Arabischen, und Nissim b. Jakob, der einen »Schlüssel« zum Talmud teils in arab., teils in hebr. Sprache schrieb, auch Trosterzählungen, von denen Hark, einen Teil des arab. Originals fand und ein Legendenwerk (.מעשיות שבתלמוד) verfasste. — In innigern Gedankenaustausch mit dem an Bedeutung allmählich verlierenden Orient, besonders auch mit Nordafrika stand Spanien »der Westen«, dem das III. Kapitel gewidmet ist (§ 72—141, p. 114—175.) Auch hier begegnet uns eine grosse Anzahl von Gelehrten, die auf dem Gebiete der Medizin, Mathematik und Astronomie sich betätigten. Den Anfang bildet der zunächst als ärztlicher Schriftsteller wirkende Abu Jussuf Hisdai ibn Schaprut, der als Gönner der jüdischen Wissenschaft deren Emporblühen förderte, und sowohl der intensiven Pflege der Sprachkunde und Dichtkunst wie des Talmudstudiums die Wege ebnete; den Abschluss dieser Periode bedeutet der als Professor an der Universität zu Salamanca wirkende Abraham Sacut, Verfasser des hebr. geschriebenen ס׳ יוחסין. Innerhalb dieses Zeitraumes gewahren wir eine grosse Anzahl von glänzenden Namen, deren Träger die Blüte der jüd. Literatur im Mittelalter darstellen, und die sich des Arab. in ihren Schriften bedienten. Es sind verdienstvolle Ärzte, wie Jona ibn Biklarisch, im letzten Drittel des 11. Jahrhunderts, und Samuel ibn Wakkar, Leibarzt des Königs Alfonso XI. von Kastilien (Anfang des 14. Jahrhunderts), Astronomen wie Isak Israeli, Verfasser von sehr wertvollen astronomischen Tafeln (ungef. zu derselben Zeit), die uns in Spanien begegnen, sogar auch ein Dichter in arab. Sprache, Abraham ibn Sahl, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Vor allem aber sind es die Koryphäen der spez. jüdischen Wissenschaft, In arab. Sprache wird der Talmud bearbeitet, wie von Joseph Ibn Abitur, z. T. auch von Isaak Alfassi, werden philosophische Werke geschrieben von Salomo Ibn Gabirol, Bahja ben Joseph, Joseph Ibn Saddik, Juda Halevi und Abraham Ibn Daüd. Im Monatsschrift, 49. Jahrgang24 .־

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