Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 368 (sequence 3)
- Language
- German
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368 Besprechungen. zuheben u. a. der Arzt Masardjaweih in Basra, 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts, der erste Übersetzer aus dem Syrischen, ferner Maschallah, ein vermutlich aus Ägypten stammender, sehr bedeutender Astrologe am Ende des 8. und Anfang des 9. Jahrhunderts, von dem 30 Schriften aufgezählt werden, und der »der einzige seiner Zeit in der Wissenschaft der Urteile,« d. i. die Astrologie, genannt wird; alsdann Abu Othman Sahl, gleichfalls Astrologe, der auch zahlreiche Schriften verfasste, wie auch der dem Islam sich zuwendende Arzt ,Ali ben Sahl, Sohn des Rabbiners Al-Tabari. Das Gebiet der eigentliehen jüd. Wissenschaft betreten wir mit David b. Merwan ibn al- Mikmas, gewöhnlich Mokammez genannt, dem Verfasser der im Geiste des Kaläm der mohammedanischen Theologen gehaltenen ältesten jüdischen Theologie, die er in zwanzig Traktaten behandelte; hiervon haben sich einige Fragmente in hebräischer Übersetzung erhalten, während Überreste des arab. Originals zur Edition von Harkavy und Yahuda vorbereitet werden. Es folgt Isak Israeli, ein bedeutender Arzt und auch Verfasser des »Buches der Definitionen.« Ein ausführlicher Artikel ist dem eigentlichen Begründer der jüd. Wissenschaft im Mittelalter, dem Gaon Saadia, gewidmet. * Die Zusammenfassung alles hierher gehörigen ist ein Meisterstück des Lapidarstiles des ׳Meisters. Viele neue Materialien bietet allerdings für Saadias Leben und Wirksamkeit die Geniza, woraus sehr Wichtiges zusanraengestellt hat Schechter in seinen »Saadyana«, zuerst erschienen in der JQR. 1902, wozu eine notwendige Ergänzung bildet Poznankis Besprechung ׳in ZHB.VII, auch als S.-A. erschienen (Frf. a. M. 1904). Wir begegnen in diesem Zeitraum auch einer ganzen Reihe von Karäern, die in diesem Werk durch einen Vorgesetzten Stern besonders kenntlich gemacht sind, darunter dem in der letzten Zeit durch Harkavy und Poznanski mehr gewürdigten Josef Kirkissani, aus dessen Werken wir im wesentlichsten unsere Kenntnis von den Sekten bei den Juden bereichern können, und worauf auch Harkavys wertvolle Abhandlung לקורות הכתות בישראל im Anhang zur hebr. Über- Setzung von Graetz Geschichte Bd. V. (דברי ימי ישראל ed. S. P. Rabbinowitz, Bd. III.) hauptsächlich beruht; ferner auch dem als Exegeten unter den Karäern geschätzten Jefet ha-Levi, »der grosse Lehrer« genannt, aus dessen Kommentarien manches für die von Saadia mit den Karäern geführte Polemik zu entnehmen ist. Den Höhepunkt erreicht diese Zeit mit den Gaönen Scherira, dessen Sohn Hai und dessen Schwiegervater Samuel b. Hofni, von denen ersterer, der Verfasser des für die talmudische Geschichte so wichtigen Sendschreibens, jedoch fast nur hebräisch schrieb, während der von einem seltenen wissenschaftlichen Streben erfüllte Sohn sich nur des Arabischen