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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 3 · p. Seite 363

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1905-01-01
Page
Seite 363 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen! K63 Denkens; das sich erst beruhigt, wenn es bei;einem Letzten angelangt ist, aber diese Befriedigung erfolgt aut Kosten aller Erkenntnis. Das einzig Wertvolle am Monismus ist, so scheint es uns, das Gefühl der Zusammengehörigkeit der mannigfaltigsten Elemente der Wirk־ liciikeit; aber aus dieser;Zusammengehörigkeit macht der Monismus ihre Identität. Der Gedanke der Coinzidehz aller Gegensätze aber bleibt ,für unseren Verstand eine unlösbare Aufgabe. Man kann zwar von uns verlangen, Einheit und Vielheit, Sein und Werden, Ruhe und׳ Bewegung als identisch zu denken, aber-es bleibt bei der Forderung. So gibt uns der. Monismus nichts Positives, dagegen nimmt er uns die konkrete Bestimmtheit des Einzelnen und den ganzen Reichtum der Mannichfaltigkeit. Indessen ist dieser Standpunkt logisch unanfechtbar und er bietet dem vorwiegend aesthetisch oder religiös •empfindenden Menschen mehr Befriedigung als׳ irgend ein anderer. Nur darf man nicht vergessen, dass es sich hier nicht um eine aus der Erfahrung gewonnene wissenschaftliche Erkenntnis handelt. - Die Tatsache der Umwandlung einer Kraftform in die andere ist durchaus kein Beweis für die Wesensgleichheit Und metaphysische Einheit sämtlicher Kräfte, da sie ja nur für einen Teil der vorhandenen Kräfte wissenschaftlich festgestellt ist. Wenden •wir nun das Gesagte auf unseren Fall an, so ergibt sich, dass sich Rülf des rein subjektiven Charakters seines energetischen Monismus nicht bewusst ist. . Er bestreitet nicht nur die Berechtigung des Dualismus, sondern behauptet sogar »der Dualismus ist der Feind aller Philosophie.« Am deutlichsten zeigt sich die gläubige Unbefangenheit und Vertrauensseligkeit seines Denkens bei der Auseinandersetzung dessen, was seinem Monismus das eigentümliche Gepräge gibt. Das treibende Interesse ist bei ihm, trotz des Ernstes, mit dem er nach Gewinnung eines wissenschaftlichen Weltbildes strebt, doch nicht intellektueller, sondern religiöser Art. Er ist von vornherein überzeugt, dass Wissenschaft und Religion in ihren wesentlichen Lehren übereinstimmen und wird nicht müde, ihre Identität zu behaupten. Das Faktum, mit dem er diese Behauptung stützt, ist das Vorhandensein der •menschlichen Intelligenz. Da alle in der Welt vorhandenen Kräfte im Wesen eins sind, so ist allein die Tatsache der■ menschliche Vernunft ein Beweis für den intelligenten Charakter der im Universum sich darstellenden JUrkraft. Bei der Allkraft wird natürlich die Intelligenz zur Allwissen* heit und Allweisheit und so bedarf es zur Erklärung der Zweckmässigkeit der Weit nicht der Annahme zielstrebiger Kräfte, die Intelligenz kann ja ihrer Natur gemäss nichts anderes als Sinnvolles und Zweckmässiges schaffen. Die absolute Zweckmässigkeit des Universums steht Rülf unbedingt fest, ebenso wie ihre Schönheit und

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