Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 359 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 359 auch unsere Handschrift dabei benützte. Als Punktator und Massora- Schreiber des im Jahre 1238 geschriebenen und Pentateuch nebst Targum, Haftaras und Hagiographen nebst Targum enthaltenden Codex nennt sich im Kolophon Joseph b. Kalony mus (s. Zunz, Zur Gesch. und Lit., S. 111), der als Schreiber des Konsonantentextes seinen Vetter Mesch u 11a m b. Joseph nennt: אני יוסף בר קלונימום הסופר נקדתי ומסרתי וד. הספר ..... וכתבו ר׳ משלם בן דודי ר, יוסף הסופר♦ Bei Levy (1. c.) ist die ganze Nachschrift abgedruckt und übersetzt. Der Verfasser aber las unglücklicherweise דוד statt דודי, und so heisst der Schreiber bei ihm (S. 46, Z. 1) »Meschullam, Neffe Josephs,« während er den Punktator Joseph b. Kal. zum Onkel Meschullams macht. Er scheint also die beiden Träger des Namens Joseph in dieser von Joseph b. Kalonymus selbst in erster Person abgefassten Angabe als identisch zu betrachten, was aber auch an sich unmöglich ist, da ausdrücklich Joseph b. Kalonymus den andern Joseph, Meschullams Vater, als seinen Oheim bezeichnet1)״ In Nr. 2 (Propheten und Hagiographen) nennt sich an! Schlüsse der Schreiber: יוסף הצרפתי, was Brockelmann richtig mit »dem Franzosen Joseph« übersetzt; aber er transskribiert das Epitheton so: ha- Serafti (so auch im Register S. 52), anstatt ha־Sarefati. — Stein- Schneider (Vorlesungen über Kunde hebräischer Handschriften, S. 27) nennt einen Schreiber Joseph b. Chajj im Zarfati, mit Hinweis auf Neubauer, Katalog der Handschriften der Bodl. Nr. 2322. Aber bei Neubauer (Col. 808) nennt sich bloss יוסף ]' היים als derjenige, der die im Jahre 5236 (1476) durch Moses b. Jakob b. Zabara beendete Bibelhandschrift vollendete und mit Figurenschmuck verziert (השלמתי וציירתי). Auch die Breslauer Handschrift Nr. 2 hat solchen Schmuck; Brockelmann berichtet: »Die Anfangsworte der Bücher sind von Tierbildern umgeben, deren Umrisse zum Teil von Zeilen der Massora gebildet werden;« auch die Kustoden sind zum Teile »mit Tierbildern oben oder unten versehen.« Die Identifikation von Joseph b. C h a j j i m mit Joseph Zar- ב) Auch dem verewigten Levy ist in der Uebersetzung der Worte des Punktators Joseph b. Kalonymus ein merkwürdiger Irrtum widerfahren. Er übersetzt nämlich den Schluss desselben, בעזר דודי צח בחך זכרו וכבודו לנצח, so : »mit Hilfe meines trefflichen Oheims, sein Andenken und seine Ehre sei für immer gesegnet.« In Wirklichkeit aber ist דודי צח eine aus Hoh. 5, 10 genommene Bezeichnung Gottes, gewählt als Reim zu der unmittelbar vorhergehenden Jahreszahl 1238 998) תתקצ״ח); und der mit ברוך beginnende Satz ist eine Eulogie nach der Erwähnung Gottes, wobei שמו זכרו. Vgl. übrigens schon Zunz, Ges. Schriften III, S. 203. 271.