Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 31)
- Language
- German
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Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. 345 terhielten. Dennoch aber sei es ihm nie gelungen, Salomo zu t einer solchen Disputation zu veranlassen; vielleicht entziehe er sich dem aus Furcht, er könnte dadurch zu einem Verlassen der überkommenen Religion bewogen werden1). Als Salomo auch dazu schweigt, meint Toralba, Salomo scheue sich wohl, abgesehen von den angegebenen Gründen, auch deshalb, auf eine Disputation einzugehen, weil er entweder, wenn er seine väterliche Religion nicht verteidigen würde, sie abzuschwören schiene, oder durch eine hartnäckige Verteidigung Jemanden zu verletzen fürchtete. Dazu bemerkt Coronaeus, von einer Verletzung könne bei der in diesem Kreise herrschenden Gesinnung und gegenseitigen Geneigtheit überhaupt nicht die Rede sein; Salomo aber dürfe sich versichert halten, dass seine Rede immer zur Belehrung der Anderen beitrage und ihnen zum Genuss gereiche2). Salomo erwidert darauf, dass das Judenthum, so grosses Gewicht es auf die religiöse Unterweisung seiner Angehörigen lege, doch das Disputieren über die Religion untersage. So lächerlich es wäre, einen Geometer überreden oder durch Anwendung rhetorischer Mittel überzeugen zu wollen, so verderblich sei es, dasjenige, was an Gewissheit alle Beweise übertreffe und was die Grundlage alles Heils bilde, durch eine zweifelhafte 015י putation zu erschüttern. Vor der Gefahr, in der ihm von den Vorfahren eingepflanzten Religion wankend gemacht zu werden, sei er durch sein Alter geschützt; die Anderen aber ihrer Religion abwendig zu machen, würde gegen die Vorschriften der eigenen Religionslehre, wie gegen die der anderen verstossen. Er wolle auch einerseits durch seinen ג) Heptaplotn. IV, pag. 125—127. 2) Ibidem pag. 127. Illud quidem pro Salomone spondeo et promitto, summara Omnibus tum eruditionem, tum oblectationem oratione sua semper allaturum nec quicquam gratius mihi futurum, quam ut inter nos summa quisque libertate de religione disserendo fruatur. Age igitur, Salomo, ut, quae mente concepisti ac parturis, Iibere parias.