Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829787-2829791-2886108--33722-2886216- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
344 Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. wenn der Standpunkt Bodins schon einmal mit dem eines der Mitunterredner identificirt werden soll, der Wahrheit am Nächsten zu kommen in Anbetracht der bevorzugten und die aller seiner Genossen überragenden Stellung, die dem Wortführer des Judentums in diesem Gespräch angewiesen wird. Keine der anderen Gestalten ist mit solcher Sorgfalt gezeichnet und so scharf charakterisirt wie dieser Jude Salomo, der in seiner festen und aufrechten Haitung das Judentum auf das Würdigste vertritt, und dem von allen Teilnehmern an dem Gespräche mit besonderer Auszeichnung und Ehrerbietung begegnet wird. Während in den drei ersten Büchern, in denen die Erörterung sich vornämlich auf Fragen aus den Gebieten der Physik, der Metaphysik und der Ethik erstreckt, Toralba, der freidenkende Vertreter der Philosophie, der Hauptwortführer ist, tritt in den drei letzten Büchern, die sich mit der Vergleichung der verschiedenen Religionen beschäftigen, Salomo in den Vordergrund der Diskusion. Am Schluss des dritten und am Eingang des vierten Buches wird die Frage erörtert, ob es sich für einen guten Menschen zieme, über die Religion zu disputieren. Nachdem insbesondere Salomo darauf hingewiesen hatte, dass durch solche Disputationen die Andersdenkenden in ihrer Pietät verletzt oder in ihrem bisherigen Glauben erschüttert werden könnten, ohne zu einer besseren Überzeugung geführt zu werden, meint Fridericus, das möge wohl auf öffentliche Disputationen zutreffen, dagegen halte er es für sehr erspriesslich, wenn gebildete Menschen sich privatim über religiöse Dinge un״ cipio, qui in pestifero opere de abditis rerum sublimium arcanis sub Salomo 11 is Judaei persona ...sic interpretandum esse statuii. pag. 629. Hoc telo libri Psalmorum dignitatem impugnabat Joannes Bodinus ex persona Salomonis Judaei in tetro et exitiali opere de abditis rerum sublimium arcanis. Huet bekämpit damit die Ansicht Bodins oder Salomos, dass in unserer Psalmensammlung nicht mehr als 18 Psalmen von David seien. Vgl. Heptaplom. V, pag. 212.