Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 28)
- Language
- German
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342 Ober Jean Bodin in seinen Beziehungen zum Judentum. tigen Anmerkungen versehen, die den \on Leibnitz gestellten Forderungen auch nicht im Entferntesten entsprechen. Das Heptaplomeres, in der Form eines Dialogs gehalten und aus sechs Büchern bestehend, führt seinen Namen von den sieben Unterrednern, die in ihm das Wort ergreifen. Im gastlichen Hause des Coronaeus zu Venedig vereinigen sich die in ihm verkehrenden Freunde mit dem Wirt zu regelmässigen Gesprächen, in denen allerlei den verschiedenen Gebieten der Wissenschaft angehörende Fragen erörtert werden. Ein ungenannter Vorleser im Hause des Coronaeus, der diesen Gesprächen beiwohnt und sie für sich aufzeichnet, übersendet seinem Korrespondenten N. T. die Niederschrift eines dieser Gespräche, dessen Inhalt ihm besonders interessant und bedeutungsvoll erscheint. Das ist unser Heptaplomeres. Jeder der sieben Unterredner vertritt in ihm einen besonderen Standpunkt. Coronaeus, der Wirt, ist gläubiger Katholik, Fridericus ein eifriger Lutheraner, Curtius Calvinist, Salomo Jude, Octavius ist durch merkwürdige Umstände ein Anhänger des Islam geworden, Senamus ist Vertreter der heidnischen Religionsauffassung und Toralba ein jedes positive religiöse Bekenntnis verwerfender naturalistischer Philosoph. Bei aller Verschiedenheit der von ihnen vertrelenen Standpunkte begegnen sich die Unterredner, in den allgemeinen religiösen und sittlichen Wahrheiten, die man etwa als die der Naturreligion bezeichnen könnte, miteinander übereinstimmend, mit grösster Ehrerbietung; niemals überschreitet die Diskussion die Schranken, welche die Achtung vor der ehrlichen Überzeugung des anderen innezuhalten gebietet. Die Frage, welchen Standpunkt wir als den Bodins zu betrachten hätten, ist verschieden beantwortet worden. Der Bremer Superintendent Di e cm an n abditis. Schwerin 1857. Der Text ist oft ganz unkorrekt, ohne dass der Herausgeber darauf hinweist. Seite 27 fehlt die Angabe, dass hier das zweite Buch beginnt.